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Schlag gegen Botnetze: massiver SPAM-Rückgang

Seit vergangenem Dienstag ist das weltweite SPAM-Aufkommen massiv zurück gegangen. Nur noch ein Drittel bis ein Viertel der sonst üblichen Masse an SPAM Mails wird derzeit beispielsweise in der Statistik von SpamCop.net ausgewiesen. Ich hätte es zwar nicht gedacht, aber mit einem Blick in meinen SPAM-Ordner kann ich dies sogar für mich bestätigen. :-)

Wie die Washington Post meldet, wurde am Dienstag der kalifornische Webhosting-Provider McColo vom Netz getrennt. Offenbar haben Spammer in nicht unerheblichem Maße deren Hostinangebote genutzt um Botnetze zu betreiben bzw. zu administrieren. Nach der Trennung vom Netz ging das weltweite Spamvolumen kurzzeitig auf ein Achtel des vorherigen Niveaus runter.

Spamvolumen weltweit

Das sich dieses niedrige Niveau nicht schrecklich lange halten wird liegt in der Natur der Sache. Allerdings zeigt diese Geschichte, dass man mit gezielten Aktionen an den SPAM-Hauptschlagadern auch etwas erreichen kann.

So hat durch den Verlust der McColo-Server beispielsweise die Aktivität von ‘Srizbi’ um schätzungsweise 60 Prozent abgenommen. Srizbi wurde im Mai von Marshal Limited mit geschätzten 60 Milliarden E-Mails pro Tag als größte Spamschleuder der Welt identifiziert.

Quellen:

Silicon.de – Schlag gegen Botnetze
Washington Post – Host of Internet Spam Groups Is Cut Off
Washington Post – Major Source of Online Scams and Spams Knocked Offline

Matt Cutts im Video-Interview bei seomoz

Rand Fishkins Whiteboard Friday Reihe auf seomoz ist fast immer sehenswert… nicht zuletzt weil der Junge es wirklich drauf hat nett und charmant rüber zu kommen. Wenn man dann noch Rands Reichweite mit in Betracht zieht, gehe ich davon aus, dass er praktisch jeden Interviewgast haben kann den er will. Diesmal war es Matt Cutts. Eingefangen hat er ihn auf der SMX West und vorgeführt wird er in Rands Hotelzimmer… was ich nicht gerade als typische Businessumgebung bezeichnen würde.

Wie auch immer – auch die Themen des Interviews sind nicht ausschließlich typische Businessthemen. So erzählt Matt zu Anfang recht ausführlich wie er zu Google gekommen ist, wie er in seine jetzige Position gekommen ist und warum er so viel auf Konferenzen zu finden ist. Interessant ist, dass er zugibt Kritik an Google sehr persönlich zu nehmen und sich sehr stark mit Google zu identifizieren. Er sagt von sich, dass er wirklich an die Mission von Google glaubt. Er sagt weiterhin, dass er nie das Gefühl hat fake sein zu müssen… er muss sich nie aus Marketinggesichtspunkten verstellen, sondern kann einfach er selbst sein. Das würde IMHO bedeuten, dass er sehr freie Hand hat.

Ein weiterer Themenkreis ist die Frage nach der algorithmischen oder humanoiden Spamsuche. Hier bestätigt Matt, dass in der Tat Menschen eingesetzt werden und auch wenn die Skalierbarkeit immer wieder in Frage gestellt wird, so kann seiner Aussage nach eine einzige Person sehr große Wirkung haben. Im Webspam Team werden Menschen in skalierbarer und robuster Art und Weise eingesetzt – was immer das genau heißen mag. Er räumt ein, dass das zum Teil nur solange passiert bis ein neuer Algo gebaut wurde.
In einer Randbemerkung erwähnt Matt, dass der Spamreport sehr gut funktioniert… oder sollte man sagen konvertiert? ;-)

Zum Ende hin nach Grey Hat bzw Black Hat Techniken befragt, die Google sicher erkennt, werden hidden text, keyword stuffing und java script redirects genannt, was ich nicht wirklich ergiebig finde. Das hört sich entweder nach Tiefstapelei oder nach Zeitknappheit an.

Wer des Englischen mächtig ist, der schaut sich das Interview am besten komplett an und vertraut hier nicht auf meine quick and dirty Zusammenfassung. :-)