Totgesagte leben bekanntlich länger. Das bestätigt sich einmal mehr beim Blick auf die frisch veröffentlichte Studie über die Zugriffszahlen der Mutter aller Onlinelexika, die der Statistiker Erik Zachte ins Netz gestellt hat.
Rund 10 Milliarden Seitenaufrufe pro Monat bringt Wikipedia auf die Trafficwaage und ist damit nicht nur ein Schwergewicht, sondern ein wahres Trafficmonster.
Mit 5 persönlichen Tipps möchte ich an Peer Wandigers Blogparade zum Thema “Traffictipps für neue Blogs” teilnehmen. Persönlich deshalb, weil sie auf meinen Erfahrungen und Überzeugungen beruhen und so vielleicht auch nicht unbedingt allgemeingültig sind.
1. Trafficziele definieren – Traffic planen
Traffic ist nicht gleich Traffic. Gleich am Anfang aller Überlegungen sollte man sich die Frage stellen welche Sorte Traffic man haben will. Lieber Masse oder lieber Klasse?
Für die Masse sind alle Linkbait-Themen von Interesse… allerdings ist es (aus meiner Sicht) damit schwierig die Besucher zu halten und zu binden. Für Klasse sorgen eher longtailige und tiefgreifendere Posts, die langfristig einen Mehrwert für Leser schaffen. Die Kunst ist es wohl aus beidem eine gute Mischung herzustellen. Ohne Aufmerksamkeit keine Besucher… ohne wertvollen Content keine Fans.
Ich finde es persönlich spannend mir Trafficziele zu stecken und darüber Statistiken zu führen… z.B.: bis zu Termin X möchte ich im Schnitt Y Leser täglich/wöchentlich/monatlich erreichen. Zu diesen Zielen kann man sich geeignete Massnahmen und Schritte überlegen, die die Erreichung der Ziele näher bringen. Statistiken helfen dann einzuschätzen welche Massnahmen in einem bestimmten Themenumfeld funktionieren und welche nicht.
2. Zielgruppe definieren – finden – anlocken
Wenn ich nicht weiß wer meine Zielgruppe ist und wo ich sie im Netz vorfinde, dann bleibt das Erreichen der Zielgruppe Zufall. Und damit meine Zielgruppe zu mir kommt, muss ich erstmal dorthin wo meine Zielgruppe ist. Bis an diese Stelle ist es noch recht einfach. Um die ominöse Zielgruppe aber auch als Leser anzulocken und vielleicht soagar zu halten, muss man es schaffen interessanten Content zu liefern und sich in die Communities der Zielgruppe einzubringen. Halbherzigkeit zahlt sich nicht in Traffic aus.
3. Kontinuität
Ein wichtiger Wachstumsfaktor in Bezug auf Traffic ist Kontinuität. Meine Erfahrung in einem jungen Blog zeigt folgendes: in dem Moment, wo ich einige Tage aufhöre zu posten, gehen die Besucherzahlen deutlich nach unten… wenn ich es schaffe eine Weile täglich zu posten, steigen die Besucherzahlen exorbitant. Die wenigsten Blogger in Deutschland bloggen hauptberuflich und insofern ist es nicht immer leicht regelmäßig Inhalte zu finden und regelmäßig die Zeit zum Schreiben zu finden. Ich selbst versuche einfach die Pausen nicht zu lang werden zu lassen.
4. Geduld und langen Atem
Ein weiser Mann hat mal gesagt “An overnight success takes 7 years”… ein Übernacht-Erfolg braucht/dauert 7 Jahre. Ganz so langsam ist das Web und die Blogosphäre glücklicherweise nicht. Geduld muss man dennoch im Gepäck haben… zumindest, wenn man kein One-Hit-Wonder sein will.
Der Traffic ist keine ewig ansteigende Zahl… er will aufgebaut, gepflegt und gehalten werden und das braucht Zeit. Rückschläge muss man nicht nur in Kauf nehmen, sondern auch überstehen.
5. Arbeit und Leidenschaft
Guter, interessanter und spannender Content ist aus meiner Sicht der wichtigste Faktor um langfristig Traffic zu generieren. Das bedeutet Arbeit.
Wenn man sich besucherstarke Blogs genau anschaut, dann merkt man recht schnell, dass die dazugehörigen Blogger eine Menge Arbeit in ihren Content stecken. Das sind keine Zweit- oder Drittverwerter von lauwarmen Meldungen die bereits 1000fach im Netz zu finden sind… das sind keine Trittbrettfahrer…. man findet dort eben keine halbherzig dahingesauten 3-Zeiler oder umgeschriebenen Blafasel ohne jede Schöpfungshöhe. Im Gegenteil findet man auf erfolgreichen Blogs Blogger die wirklich etwas zu sagen haben, die einen Mehrwert liefern, die einzigartige Inhalte bieten. Aus meiner Sicht gehört dazu eine nicht unerhebliche Leidenschaft für das Thema. Wer diese Leidenschaft nicht mitbringt und wer nicht bereit ist Arbeit in den Content zu stecken, der wird IMHO auf Dauer scheitern.
Shopbetreiber und Webaster die online Produkte verkaufen kommen nicht umhin eine ordentliche Trafficanalyse zu betreiben. Die Datenbasis bleibt dabei aber auf die eigene Webseite, die eigenen Besucher und die eigenen Aktivitäten in SEx beschränkt. Manchmal ist der Blick über den Tellerrand und in eine größere Datenbasis interessant und darauf geht ein Artikel von Alex Mindlin in der New York Times ein.
A recent study by Engine Ready, an Internet marketing company, analyzed 18.7 million visits over two years to Web sites run by 27 of the company’s roughly 500 clients.
Engine Ready hat kürzlich in einer Studie über den Zeitraum von 2 Jahren 18,7 Millionen Visits auf 27 Websites analysiert. Heraus kam, dass bezahlte Einträge (PPC, AdWords) etwas besser funktionieren als organische sprich nicht bezahlte Auflistungen in den SERPs. Besucher die über bezahlte Links kamen waren in 17 Prozent der Fälle eher bereit etwas zu kaufen und gaben 18 Prozent mehr Geld pro Bestellung aus.
Trotzdem gehen weder SEO noch SEM als Sieger aus dem Rennen, denn die wertvollsten Besucher sind die, die entweder die Adresse direkt in den Browser tippen oder über Bookmarks kommen. Diese Besucher sind treuere Kunden, verbringen mehr Zeit auf der Seite und geben am meisten Geld aus. Bei diesen direkten Besuchern ist die Chance am höchsten, dass der Besuch in einen Verkauf mündet, denn das passiert in 3,3 Prozent der Fälle. Der Wert dieser Besuche lag im Schnitt bei 5,69 Dollar pro Besuch.
Die komplette Studie kann man sich auf der Seite von Engine Ready herunterladen, allerdings ist hierzu eine Registrierung notwendig.
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