Der Arbeitskreis Suchmaschinen-Marketing des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. hat eine aktuelle Studie mit dem Thema Nutzerverhalten auf Google-Suchergebnisseiten veröffentlicht.
Mit Hilfe von Eyetracking und daraus resulierenden Heatmaps lässt sich nachviollziehen was die Aufmerksamkeit der Betrachter am meisten anzieht oder auch am meisten fesselt. Es wurde aber nicht nur die Wahrnehmung von Suchergebnissen untersucht, sondern auch das Klickverhalten in verschiedenen Suchszenarien.
Mitgliedern der BVDW steht die Studie kostenlos zur Verfügung, Nichtmitglieder können die Studie für 99,00 Euro bestellen.
Ein Abstract der Eyetracking Studie (mit durchaus wertvollen Infos) kann kostenlos herunterladen, wer bereit ist Namen und Mailadresse in ein Formular einzutragen.
Shopbetreiber und Webaster die online Produkte verkaufen kommen nicht umhin eine ordentliche Trafficanalyse zu betreiben. Die Datenbasis bleibt dabei aber auf die eigene Webseite, die eigenen Besucher und die eigenen Aktivitäten in SEx beschränkt. Manchmal ist der Blick über den Tellerrand und in eine größere Datenbasis interessant und darauf geht ein Artikel von Alex Mindlin in der New York Times ein.
A recent study by Engine Ready, an Internet marketing company, analyzed 18.7 million visits over two years to Web sites run by 27 of the company’s roughly 500 clients.
Engine Ready hat kürzlich in einer Studie über den Zeitraum von 2 Jahren 18,7 Millionen Visits auf 27 Websites analysiert. Heraus kam, dass bezahlte Einträge (PPC, AdWords) etwas besser funktionieren als organische sprich nicht bezahlte Auflistungen in den SERPs. Besucher die über bezahlte Links kamen waren in 17 Prozent der Fälle eher bereit etwas zu kaufen und gaben 18 Prozent mehr Geld pro Bestellung aus.
Trotzdem gehen weder SEO noch SEM als Sieger aus dem Rennen, denn die wertvollsten Besucher sind die, die entweder die Adresse direkt in den Browser tippen oder über Bookmarks kommen. Diese Besucher sind treuere Kunden, verbringen mehr Zeit auf der Seite und geben am meisten Geld aus. Bei diesen direkten Besuchern ist die Chance am höchsten, dass der Besuch in einen Verkauf mündet, denn das passiert in 3,3 Prozent der Fälle. Der Wert dieser Besuche lag im Schnitt bei 5,69 Dollar pro Besuch.
Die komplette Studie kann man sich auf der Seite von Engine Ready herunterladen, allerdings ist hierzu eine Registrierung notwendig.
Mir erscheint es immer recht schwierig zu Webthemen (wie SEO, SEM, SMM, e-Commerce, etc.) an Marktdaten und Statistiken aus Deutschland zu kommen. Meist sucht man sich stückchenweise durch Studien und versucht daraus dann ein größeres Bild zu stricken. Will man das Ganze dann in einen europäischen Vergleichszusammenhang stellen, wird die Quellenlage noch dünner. In manchen Fällen erhellt ein Blick ins Ausland die Situation dann doch erheblich… dann nämlich, wenn man – komprimiert auf 7 Seiten – die Ergebnisse mehrerer Studien praktisch mundgerecht geliefert bekommt.
Die “U.S. Commercial Services” bieten ein – wie ich finde – recht spannendes PDF zum Thema e-Commerce in Deutschland. Der Report beleuchtet nicht nur relativ aktuell den IST-Zustand, sondern gibt auch einen Ausblick auf die prognostizierte Entwicklung bis 2010. Da e-Commerce nicht völlig freigestellt betrachtet werden kann, ist auch so manches Randthema für mich einige Beachtung wert.
Die grundsätzlichen Feststellungen habe ich hier übersetzt:
Deutschland ist der führende e-Commerce Markt in Europa: in 2006 wurden 438,7 Milliarden Euro online umgesetzt und 779,8 Milliarden werden für 2010 prognostiziert. Mehr als 30% der 2006 in Westeuropa (EU plus Norwegen und Schweiz) online gehandelten Güter und Serviceleistungen wurden in Deutschland verkauft, was bei weitem den größten Marktanteil innerhalb der westeuropäischen Länder ausmacht.
Deutschland – als Exportnation Nr.1 weltweit – ist die stärkste Wirtschaftsmacht in der EU und die dritt stärkste weltweit. Als Nation mit der höchsten Bevölkerungsdichte schickt Deutschland auch die größte Anzahl Internet-User ins Rennen, nämlich nahezu 56 Millionen Menschen. Diese User sorgen für eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen in Westeuropa und tragen, neben Unternehmen, zu den vorhergesagten 84 Prozent Wachstum im e-Commerce Geschäftsvolumen bei.
Im Folgenden wird so mache genannte Zahl mit einer Grafik versüßt und mit einer Quellenangabe versehen. Wer mag, geht lesen. Die folgenden Sätze finde ich jedoch hier noch erwähnenswert:
“Although Germans most often learn of new products from friends, they show a comparatively stronger response to Web ads than do Americans or their own European neighbors. It must be noted, however, that the tendency is to return to advertised pages later rather than clicking directly on the ads themselves, thereby skewing estimations of their effectiveness. While traditional advertising media are standing their ground, the advertising industry is confident about the growth of online ads. They are predicted to break the 3% market share mark in 2007.”
Quick & dirty übersetzt bedeutet das: Obwohl Deutsche fast immer über Freunde von neuen Produkten erfahren, zeigen Sie einen vergleichsweise stärkeren Response (Ansprechwert, Reaktionswert) auf Web-Werbeanzeigen als Amerikaner oder ihre eignen europäischen Nachbarn. Allerdings muss angemerkt werden, dass die Tendenz dahin geht, dass die beworbenen Seiten eher später aufgesucht werden, als dass direkt auf Banner geklickt wird, was natürlich die angenommene Effektivität der Anzeigen verzerrt. Während sich traditionelle Werbeformen behaupten, ist die Werbebranche überzeugt vom Wachstum der Onlinewerbung. Gemäß der Prognosen soll der Marktanteil 2007 die 3 Prozent-Marke knacken.
Für den B2B Bereich wird festgestellt, dass nur etwa 13% der Großhändler Internetmarktplätze als Vertriebskanal nutzen, dagegen aber jede zweite Firma eine eigene Webseite betreibt über die auch vermarktet wird. Dominiert wird der Markt allerdings noch von traditionellen Vertriebswegen. Etwa 72% der Firmen unterhalten einen Außendienst, ca. 61% vermarkten ihre Produkte über Telefon- und e-Mail-Werbung.
Diese Aussagen illustrieren IMHO deutlich wie klein der Markt für Onlinewerbung in Deutschland noch ist. Obwohl im e-Commerce schon ganz erstaunliche Umsätze erzielt werden, scheinen sogar im B2B Bereich Ablehnung oder zumindest Zögerlichkeit vorzuherrschen.
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