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Schlag gegen Botnetze: massiver SPAM-Rückgang

Seit vergangenem Dienstag ist das weltweite SPAM-Aufkommen massiv zurück gegangen. Nur noch ein Drittel bis ein Viertel der sonst üblichen Masse an SPAM Mails wird derzeit beispielsweise in der Statistik von SpamCop.net ausgewiesen. Ich hätte es zwar nicht gedacht, aber mit einem Blick in meinen SPAM-Ordner kann ich dies sogar für mich bestätigen. :-)

Wie die Washington Post meldet, wurde am Dienstag der kalifornische Webhosting-Provider McColo vom Netz getrennt. Offenbar haben Spammer in nicht unerheblichem Maße deren Hostinangebote genutzt um Botnetze zu betreiben bzw. zu administrieren. Nach der Trennung vom Netz ging das weltweite Spamvolumen kurzzeitig auf ein Achtel des vorherigen Niveaus runter.

Spamvolumen weltweit

Das sich dieses niedrige Niveau nicht schrecklich lange halten wird liegt in der Natur der Sache. Allerdings zeigt diese Geschichte, dass man mit gezielten Aktionen an den SPAM-Hauptschlagadern auch etwas erreichen kann.

So hat durch den Verlust der McColo-Server beispielsweise die Aktivität von ‘Srizbi’ um schätzungsweise 60 Prozent abgenommen. Srizbi wurde im Mai von Marshal Limited mit geschätzten 60 Milliarden E-Mails pro Tag als größte Spamschleuder der Welt identifiziert.

Quellen:

Silicon.de – Schlag gegen Botnetze
Washington Post – Host of Internet Spam Groups Is Cut Off
Washington Post – Major Source of Online Scams and Spams Knocked Offline

Wie gut konvertiert SPAM?

Dieser Frage sind jüngst Wissenschaftler der University of California in Berkeley in einer Studie nachgegangen. Hierzu bediente man sich Teilen eines echten Netzwerks von 76.000  infizierten Zombierechnern (geschätzte 1,5% des Botnetzes Storm).

Aus 350 Millionen verschickten Spam Mails resultierten gerade einmall 28 Bestellungen. Das ist mit Abstand die mieseste Conversion Rate von der ich jemals gehört habe.

Wenn man allerdings davon ausgeht, dass hier nur ein winziger Anteil des Botnetzes benutzt wurde, dann lässt sich damit trotzdem eine Menge Profit machen. Die Forscher schätzen aufgrund ihrer Zahlen, dass Storm tatsächlich ca. 7.000 Dollar pro Tag und damit rund 3,5 Millionen im Jahr einfährt.

Ich persönlich vermute mal ganz ketzerisch, dass die Forscher wahrscheinlich nicht viel von Landingpage Optimierung verstehen und gehe davon aus, dass hier nur ein Bruchteil der möglichen Conversion Rate erreicht wurde. ;-)

Mahalo ist Spam

Aaron Wall weist darauf hin, dass gemäß des internen Google Quality Rater Dokuments, das kürzlich veröffentlicht wurde, Mahalo als Spam einzustufen ist.

Das Zitat aus den Richtlinien:

Final Notes on Spam
When trying to decide if a page is Spam, it is helpful to ask yourself this question: if I remove the scraped (copied) content, the ads, and the links to other pages, is there anything of value left? if the answer is no, the page is probably Spam.

Quick and dirty übersetzt:

Abschließende Hinweise zu Spam
Beim Versuch zu entscheiden, ob eine Seite als Spam einzustufen ist, ist es hilfreich sich selbst diese Frage zu stellen: wenn ich gescrapte / kopierte Inhalte, Werbemittel und Links zu anderen Seiten entferne, bleibt dann überhaupt etwas von Wert übrig? Wenn die Antwort darauf NEIN lautet, dann ist die Seite wahrscheinlich Spam.

Seine Behauptung stützt Aaron mit der Googlesuche nach “Best Computer Speakers” …bei dieser Suche wird ein Eintrag von Mahalo auf Platz 1 ausgegeben. Folgt man diesem Link und entfernt – wie oben beschrieben – kopierte Inhalte, Werbung und Links… dann bleibt laut Aaron 0 einzigartiger Inhalt (unique content) und 0 Nutzen für den Suchenden.

Es folgt dann noch ein netter Seitenhieb gegen Jason Calacanis … offenbar nicht nur wegen der neuerlichen Meldung zum Einsatz von Affiliate Links auf Mahalo.

Ich persönlich würde sicher nicht so weit gehen zu behaupten Mahalo sei Spam. Allerdings glaube ich auch weder an das Konzept von Mahalo, noch daran, dass es geeignet ist Google eine wie auch immer geartete Konkurrenz machen zu können. Anyway… das Grinsen über Aarons Beitrag kann ich mir jedenfalls nicht verkneifen. :-)

Nachtrag: ich sehe gerade, dass Calacanis höchst selbst in den Kommentaren dabei ist. Ob man da von einem getroffenen Hund ausgehen darf? ;-)

Matt Cutts im Video-Interview bei seomoz

Rand Fishkins Whiteboard Friday Reihe auf seomoz ist fast immer sehenswert… nicht zuletzt weil der Junge es wirklich drauf hat nett und charmant rüber zu kommen. Wenn man dann noch Rands Reichweite mit in Betracht zieht, gehe ich davon aus, dass er praktisch jeden Interviewgast haben kann den er will. Diesmal war es Matt Cutts. Eingefangen hat er ihn auf der SMX West und vorgeführt wird er in Rands Hotelzimmer… was ich nicht gerade als typische Businessumgebung bezeichnen würde.

Wie auch immer – auch die Themen des Interviews sind nicht ausschließlich typische Businessthemen. So erzählt Matt zu Anfang recht ausführlich wie er zu Google gekommen ist, wie er in seine jetzige Position gekommen ist und warum er so viel auf Konferenzen zu finden ist. Interessant ist, dass er zugibt Kritik an Google sehr persönlich zu nehmen und sich sehr stark mit Google zu identifizieren. Er sagt von sich, dass er wirklich an die Mission von Google glaubt. Er sagt weiterhin, dass er nie das Gefühl hat fake sein zu müssen… er muss sich nie aus Marketinggesichtspunkten verstellen, sondern kann einfach er selbst sein. Das würde IMHO bedeuten, dass er sehr freie Hand hat.

Ein weiterer Themenkreis ist die Frage nach der algorithmischen oder humanoiden Spamsuche. Hier bestätigt Matt, dass in der Tat Menschen eingesetzt werden und auch wenn die Skalierbarkeit immer wieder in Frage gestellt wird, so kann seiner Aussage nach eine einzige Person sehr große Wirkung haben. Im Webspam Team werden Menschen in skalierbarer und robuster Art und Weise eingesetzt – was immer das genau heißen mag. Er räumt ein, dass das zum Teil nur solange passiert bis ein neuer Algo gebaut wurde.
In einer Randbemerkung erwähnt Matt, dass der Spamreport sehr gut funktioniert… oder sollte man sagen konvertiert? ;-)

Zum Ende hin nach Grey Hat bzw Black Hat Techniken befragt, die Google sicher erkennt, werden hidden text, keyword stuffing und java script redirects genannt, was ich nicht wirklich ergiebig finde. Das hört sich entweder nach Tiefstapelei oder nach Zeitknappheit an.

Wer des Englischen mächtig ist, der schaut sich das Interview am besten komplett an und vertraut hier nicht auf meine quick and dirty Zusammenfassung. :-)