selbstbau community

Nachgefragt: Interview mit mixxt, six groups und tribax

Mein Versuch die Unterschiede der deutschen Social-Networkbaukästen herauszuarbeiten hat letztlich (für mich) zu mehr Fragen als Antworten geführt. Über Zukunftspläne aber auch z.B. Ideen zur Monetarisierung habe ich im Netz noch wenig bis nichts gefunden. Und da in meinem Artikel mixxt auch noch gänzlich unerwähnt geblieben ist (bis auf die Kommentare), habe ich die Initiative ergriffen und die 3 Macher der deutschen Selbstbau-Communities mixxt, six groups und tribax zur Beantwortung von 5 Fragen gebeten.

Oliver Ueberholz (mixxt), Bahne Carstensen (six groups) und Christian Fenner (tribax) waren so freundlich mir meine Fragen zu beantworten und ich hoffe mit diesem Interview etwas mehr Licht ins Halbdunkel der Communitybaukästen zu bringen.

Here you go:

Das Konzept des Social Network Baukastens ist sehr abstrakt. Aus meiner Sicht kann man das zur Zeit nur solchen Leuten in 3 Sätzen erklären, die ohnehin ausgesprochen webaffin und technikverliebt sind. Wie sehen Deine/Eure Pläne aus auch die breitere Masse im Web und vor allem die Offlinewelt anzusprechen. Soll da nur die Zeit (in der sich das Prinzip durchsetzt) das Verständnis bringen?

Oliver Ueberholz (OU): Nicht nur. Die Zeit arbeitet im Gegensatz zu den meisten Communities und Social Networks für uns, aber dennoch muss der Nutzen von Social Network Baukästen erklärt werden. Wir setzen dabei auf gute Referenznetzwerke, die als Beispiel und Multiplikator dienen. Da finden sich bei uns bereits zahlreiche Netzwerke, wie z.B. die meisten Barcamps, Themecamps (Educamp, Typo3Camp usw.), das Startupweekend, Excellent oder auch das offizielle Netzwerk zur re:publica08. Damit wird es einfacher, aber das Basistraining der drei Sätze wird auch täglich verfeinert ;)

Bahne Carstensen (BC): Die Zeit spielt natürlich für uns. Schon jetzt besuchen mehr als 45% der deutschen Internetnutzer Social Networks. Damit werden die Vorteile dieser Kommunikationsform mehr und mehr Menschen bekannt. Dass es sich lohnen kann, eine eigene Community mit den Funktionsweisen von Social Networks für seine eigenen Zwecke zu starten, ist in der Tat noch ein etwas weiterer Weg. Wir hoffen aber nicht alleine auf die Zeit, sondern bringen in Kürze die six groups Communities da hin, wo sich ein großer Teil der Internet-Surfer bereits heute tummelt. Nämlich auf den unterschiedlichsten Websites.

Christian Fenner (CF): Das sehe ich genauso: Es ist nicht leicht, eine Community zu erklären. Ich glaube nicht, dass es Sinn macht, Netzwerken ohne grundsätzlichen Bezug zum Thema versuchen zu überzeugen. Jeder, der eine Community gründen will, sollte bereits in einer anderen Community Mitglied gewesen sein.

Welche Use-Cases, welche Anwendungsfälle oder -szenarien kann man zur Zeit schon mit Deinen/Euren Baukästen umsetzen und welche Pläne gibt es für die nahe Zukunft?


OU:
Wir spezialisieren uns derzeit auf Use-Cases mit einem organisatorischen Schwerpunkt. Dies spiegeln auch unsere Netzwerke wider. Von Vereinen über themenspezifische Netzwerke bis hin zu Veranstaltungen findet man bei uns jegliche Interpretationen einer Community, die nicht schwerpunktmäßig auf Multimedia, also Bild, Ton & Video setzt. Aber auch
hier entwickeln wir gerade weitreichende Multimediafunktionen, die recht bald online sein werden. Damit werden Multimedia-intensive und z.B. Party bezogene Netzwerke erst wirklich möglich. Wie man also so schön sagt: Da steckt noch eine Menge in der “Pipeline”.

BC: Der Fokus liegt bei uns auf dem offenen und vor allem multimedialen Austausch. Wir bieten in den Communities an, Videos von allen relevanten Videoplattformen einzubinden, Fotos hochzuladen, im Forum zu diskutieren und (Unter-)Gruppen zu bilden. Beispiele für erfolgreiche Communities auf unserer Plattform sind: Berufsgruppen (SEO), Sportler (Sailr.de, Outdoor-Community), Fans (DSDS, FC St. Pauli), Diskotheken (PC69), Politische Communities (Yes, we can change), Alumni-Vereine, Schulklassen…

CF: Auf http://www.tribax.com/ideal-for/ sind unsere Zielgruppen genauer beschrieben. Uns sind nicht nur grössere Communities wichtig, sondern die Möglichkeit für den einzelnen, sich in unterschiedlichen sozialen Zusammenhängen individuell zu präsentieren. Daher haben wir geschlossene Communities, z.B. für Familien oder Ortsgruppen, in die halt nur wenige Mitglieder sollen, die sich aber viel austauschen wollen. In jeder Community kann ein individuelles Profil angelegt werden – das kann von einem Community-Hopper als Nachteil angesehen werden, allerdings ist das genau, was eine Meta-Community von einer normalen mit vielen Gruppen unterscheidet.

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