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Das Zoom H2: meine Eierlegendewollmilchsau

Im Blogbeitrag über meine nicht vorhandenen Lötkünste hatte ich es bereits angekündigt und nun ist es soweit. Ich habe mein neues Spielzeug, den Zoom H2 mit der Post bekommen und die ersten Experimente habe ich ebenfalls bereits hinter mir.

Da ich in Bezug auf Soundtechnik am Computer vermutlich in eine zwar gehobene, aber dennoch DAU-Schublade passe, macht es wenig Sinn für mich (und Euch) einen technischen Beitrag über den H2 zu schreiben. Wer mehr darüber wissen möchte, dem empfehle ich den ausgesprochen erhellenden Beitrag auf audiotranskription.de. Dort finden sich auch Abbildungen und vor allem Hörproben, die die verschiedenen Einstellungen am Gerät hörbar machen. Dieser Artikel hat mich übrigens letztendlich veranlasst das Gerät zu kaufen.

Wer lieber die Meinung eines erfahrenen Podcasters zum Zoom H2 lesen möchte, den verweise ich auf den Blogbeitrag von Michael auf Radio-G, dem ich mich auch weitgehend anschließen kann.


Das H2 besteht komplett aus Plastik und wiegt samt Batterien gerade mal 157g (eben auf die Digi-Waage gepackt). Die Abmessungen lassen sich auf dem Foto erahnen und sind nicht viel größer als die einer Zigarettenschachtel. Für den mobilen Einsatz ist das Leichtgewicht zwar angenehm, macht aber natürlich auch nicht den robustesten Eindruck. Da ich nicht wirklich vorhabe damit Bootlegs von Punkkonzerten anzufertigen, ist mir das vorläufig egal. ;-)

Ich war ausgesprochen positiv überrascht vom geringen Stromverbrauch…die beiden nicht vollständig geladenen AA-Akkus zeigten mir beim ersten Ausseneinsatz über 5 Stunden Betriebsdauer an, was meine Ersatzakkus mehr als unnötig gemacht hat. Da bin ich von meiner Digitalkamera schlimmeres gewöhnt.

Die Tasten auf dem Gerät mögen für grobe Männerhände nicht wirklich das Richtige sein, für gar nicht mal so kleine Frauenhände sind sie vollkommen in Ordnung. Die Menüführung ist allerdings in der Tat etwas befremdlich und arg gewöhnungsbedürftig. Dass das Handbuch nur auf Englisch vorhanden ist, erleichtert nicht gerade die Bedienung. Andererseits bekommt man aber auch ohne großartige Einstellorgien und ohne großes Hintergrundwissen schon in den Default-Einstellungen sehr gute Ergebnisse.

Mein erster Eindruck vom Zoom H2 ist trotzdem ausgesprochen positiv. Meine ersten Tests haben – für meine Ohren – eine berückende Tonqualität und ich finde es absolut genial, dass sich das Gerät sowohl stationär am Computer, als auch unterwegs einsetzen lässt. Ich möchte vor allem unterwegs Aufnahmen machen, mich aber auch dem Thema Podcasting annähern und somit finde ich die 200 Euro für das Zoom H2 sehr gut angelegt. Für den Moment ist es die Eierlegendewollmilchsau, die ich mir gewünscht habe. :-)

Die Hörproben auf audiotranskription.de geben einen guten Eindruck der Soundqualität für Podcasts und Interviewsituationen in Studioumgebung. Ich habe am Freitag eine Lesung in einer Buchhandlung aufgezeichnet. Dabei habe ich im mp3-Format aufgenommen und hatte nur das rückseitige Mikro mit 120° Abdeckung eingeschaltet. Das Setup lässt sich auf dem Foto nachvollziehen. Das Ergebnis ist nicht berrauschend, aber da es sich um meinen ersten Test handelt IMHO durchaus ordentlich.


Zu finden sind die Aufnahmen übrigens auf der Webseite der Buchhandlung Ute Hentschel. Wer sich weniger für die Soundqualität des H2 und dafür mehr für die empfehlenswerten Buchneuerscheinungen im Herbst interessiert, der sei eingeladen sich die Buchempfehlungen ganz anzuhören. Der ein oder andere Buchtipp für Weihnachten oder die eigenen Gelüste ist sicher dabei. ;-)

Weil Mädchen nicht löten können…

Ich will ja schon länger mal mit einem (oder auch mehreren?) Podcast(s) experimentieren… habe aber bisher nur das obligatorische Headset mit Mikrofon. Dieses reicht zwar für YouTube und Skype… aber ansonsten ist es eher von minderer Qualität. Also mache ich mir seit einiger Zeit Gedanken über ein geeignetes Podcasting Mikrofon.

Von einem Bekannten habe ich ein paar alte Mikrofone geschenkt bekommen. Alt, weil sie – glaube ich – so 1982 “modern” waren. Dafür aber sollen die Dinger echt von überragender Qualität sein und ganz prima geeignet für Sprachaufzeichnungen. Es handelt sich um das Modell MD 430 von Sennheiser. Sennheiser ist ja mal immerhin ein klangvoller Name in der Musikbranche… da bin ich auch bereit mich von der Optik des Mikrofons ablenken zu lassen… die ist nämlich eine ziemliche Beleidigung für’s Auge… aber wenn es ja so eine überragende Qualität hat… mal schauen…bzw. hören.

Die Originalverpackung des Mikrofons gibt nicht besonders viel her. Da steht nur “Musik – Reporter – Amatuer – Studio” und neben der Modellbezeichnung sind noch die Bezeichnungen “Kommando-Mikrofon” und “Anti Feedback Microphone” zu finden. Mein Bekannter – selbst seit 100 Jahren Musiker – ist völlig begeistert von der Qualität und ich denke, dass sowas hochwertiges für meine Podcast-Experimente genau richtig sein könnte.

Nun aber das Problem, dass die Mikrofone zwar Kabel haben, aber keinen Stecker. Das ist besonders gut, sagt mein Bekannter, weil man sich genau das dranlöten kann, was man braucht.

Okay… aber ich kann nicht löten.

Ich weiss es kann nicht schwer sein… ich hab sogar ein kleines Lötset von einem Billig-Discounter hier liegen… aber ich bin ein Mädchen. Niemand bringt nem Mädchen das Löten bei. Was bei Jungs – jedenfalls bei den leicht verfreakten – ein völlig natürlicher Bestandteil des Erwachsenwerdens zu sein scheint, geht an den Frauen komplett vorbei. Und wie hätte ein Kerl jemals ahnen können, dass er mit dem Ansinnen mir das Löten beizubringen, in meiner Gunst gestiegen wäre… wo doch die Mehrheit meiner Geschlechtsgenossinnen eher ein “weiche von mir Saten” zischen, wenn das Thema aufkommt.

Wie auch immer… ich kann jedenfalls noch immer nicht löten.

Leider kam jetzt – in Bezug auf das olle Mikro – noch hinzu, dass ich von der Verkabelung von Mikrofonen, Klinkensteckern, etc. so viel Ahnung habe wie ne Kuh vom Häkeln. Gut, der Kram ist im Netz einigermassen gut dokumentiert und für Leute wie mich, die ich nicht mal einen Schaltplan lesen kann, gibt es auch durchaus Bilderbuch-Anleitungen.

Ich hab das also versucht mit dem Löten.

Das Ergebnis war beschämend und auch sooo frustrierend, dass ich mich entschlossen habe ein Mikro zu nem Fachmann zu geben und den Klinkenstecker löten zu lassen. Ein lokaler Händler für HiFi-Equipment war geneigt mir zu helfen und hat für schlappe 8,- Euro zum Lötkolben gegriffen. Keine Chance zuzusehen und was zu lernen, was glaubt Ihr denn. :-)

Nun ja… ich dachte ein Beispiel zum Aufschauben und nachsehen wird reichen… aber ich hab ehrlich gesagt noch nicht wieder zum Lötkolben gegriffen. Wenn ich mir die saubere Arbeit des Fachmannes so betrachte, dann steigt mir die Schamesröte ins Gesicht. Bin ich froh, dass ich mein Werk keinem gezeigt habe.

Ein Mikrofon ist ja nun fertig…

also hab ich das Ding natürlich umgehend an die Soundkarte geklemmt und getestet… war ja ungemein spannend bezüglich der versprochenen, überragenden Qualität. Da kam dann zielgenau die nächste Ernüchterung auf mich zu. Die Qualität lässt sich praktisch nicht feststellen, weil des Ton soooo leise bleibt, dass man kaum was hört. Da der Ton von meinem Headset laut genug ist und ich auch mit einigem Rumprobieren nichts erreicht habe, musste Google wieder herhalten. Ich bin jetzt auf die vage Idee gekommen, dass mein wunderbares Mikrofon möglicherweise eine eigene Stromversorgung brauchen könnte… sprich eine Phantomspeisung. Mischpulte haben sowas… aber ich hab kein Mischpult. Wie ätzend.

Also vorläufig keine vernünftige Lösung in Sicht – zumindest nicht ohne Geld auszugeben.

Was bleibt ist sich in den Shops umzusehen und das Recherchieren nach Reviews und Tests.
Auf der Suche nach einer Eierlegendenwollmilchsau für’s Podcasting und für Interviews habe ich mir zuerst Lösungen angeschaut, die fest am PC bzw. Schreibtisch installiert werden. Da gibt es wirklich schicke und auch erschwingliche Sachen. Aber ich hab ja auch noch die wirre Vorstellung mal unterwegs etwas aufzeichnen zu können. Also habe ich mir die Eckdaten des ZOOM H-2 angeschaut und ein wenig herumgelesen und ich denke das könnte meine Eierlegendewollmilchsau sein. Ich hab das Ding also bestellt und warte jetzt jede Minute auf sein Eintreffen. Ich werde bestimmt bald näheres darüber zu berichten haben.

Weil Mädchen nicht löten können, habe ich nun – anstatt eines einfachen Podcasting Mikrofon – einen Zoom H-2 …ist ja im Ergebnis dann doch irgendwie cool. :-)

Sollte unter den geneigten Lesern jemand sein, der nicht zu weit weg wohnt und der Lust hat mir das Löten beizubringen…? Das würde mich mit heller Freude erfüllen. Gibt es jemanden, der mit diesen Sennheiser Mikrofonen etwas anfangen kann oder etwas drüber weiß? Meldet Euch bei mir. :-)