Wer meint, dass man für die Leadgenerierung noch immer handgenagte Landingpages mit mundgeblasenem Tracking braucht, der ist offenbar von gestern.
Gleich zwei amerikanische Anbieter sind mir über die Füße gefallen, die mit einem Landingpage-Baukastensystem samt eingebauter Trackinglösung auf kleine bis mittlere Unternehmen zielen.
Kampagnenschleudern?
Beide Angebote eignen sich offenbar dazu hochfrequent Kampagnen in die Welt zu setzen und ermöglichen auch Laien den Übergang von der (teuer bezahlten) Manufaktur zur fabrikmäßigen Kampagnenschleuderei.
Da lese ich gestern beim marketing pilgrim über die Gründe warum kleine Unternehmen nicht in Online Marketing investieren und staune eigentlich gar nicht. Ich stelle nur – mal wieder – fest, dass wir in Deutschland dem us-amerikanischen Markt um Lichtjahre hinterher hinken.
Da wird beklagt, dass nach einer Studie von Opus Research 25% nicht in Online Marketing investieren, weil sie zu hohe Kosten fürchten und weitere 20% sind von der Technik eingeschüchtert oder haben keine Mitarbeiter, die dafür abgestellt werden können. Insgesamt 59% der Befragten gaben an, dass sie kein Onlinemarketing betreiben.
Aber wie sieht das in Deutschland aus?
In der c’t war im Januar zu lesen, dass in Deutschland 73% der Unternehmen mit mindestens 10 Mitarbeitern zumindest eine Internetpräsenz im Web haben. Immerhin! Allerdings dürfte hierzulande der Anteil derjenigen, die sich zu irgendeiner Form des Online Marketing durchringen noch sehr viel geringer sein.
Eine Marktstudie von tagworx im August sagt sehr deutlich, dass der Großteil der Unternehmen ihren Webauftritt ausschliesslich als digitale Visitenkarte nutzt. Den in der Studie begutachteten Seiten wird dazu noch wenig schmeichelhaft bescheinigt, dass sie selbst geringsten technischen und optischen Standards kaum entsprechen. “Wir mussten feststellen, dass – von einigen Ausnahmen abgesehen – der überwiegende Teil der begutachteten Seiten nicht über unterstes Amateurniveau hinauskommt”, so Adelbert Ilg vom Büro für visuelle Kommunikation.
Mächtige Defizite gibt es laut der Studie auch im Bereich der Suchmaschinenoptimierung. Wohingegen in den USA die Suchmaschinenoptimierer eine eigene Branche und damit einen eigenen Wirtschaftszweig darstellen, ist hierzulande – ausserhalb der hochgradig webaffinen Gemeinde – kaum der Begriff bekannt. Natürlich lassen die Key Accounts auf dieser Klaviatur bereits spielen, aber davon die KMUs zu erreichen ist das Konzept IMHO noch weit entfernt.
Die Zahlen die Tagworx nennt sprechen Bände:
Auffindbarkeit Suchmaschinen:
| Branchenspezifische Schlüsselwörter | nicht gefunden: | *100,0% |
| Branchenspezifische Phrasen | nicht gefunden: | *86,0% |
| Unternehmensspezifische Schlüsselwörter | nicht gefunden: | *69,2% |
| Unternehmensspezifische Phrasen | nicht gefunden: | *62,2% |
| Adwords-Kampagnen | nicht gefunden: | *99,3% |
*Seite 1-10 im Suchmaschinenindex (Google, MSN, Yahoo)
Die letzte Zahl deutet es schon an: wen die Auffindbarkeit des eigenen Internetauftritts nicht kratzt, der wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch noch keine Schritte in Richtung SEM unternommen haben und dabei halte ich Adwords noch für die am leichtesten zugängliche Form.
Es würde mich ernsthaft interessieren wie weit wir mit dieser Situation dem us-amerikanischen Markt tatsächlich hinterherhinken.
In der täglichen Arbeit eines Webworkers, der nicht in der Liga der Key Accounts spielt, sondern kleine bis mittlere Unternehmen mit Webangeboten versorgt, bedeutet dies einen enormen Beratungsaufwand. Andererseits bedeutet es aber auch, dass der Markt noch eine Menge Raum bietet und wir über den Prozess des Claimabsteckens noch bei weitem nicht hinaus sind.
Nach der Lektüre von einigen Blogposts zur OMD will ich jetzt auch mal meinen Senf dazu abgeben. Ich hab gestern (26.09.) den Nachmittag auf der Messe verbracht. Da ich nur etwa 70km entfernt lebe, hatte ich da wohl den ungemeinen Vorteil dies “mal eben” tun zu können… ohne Bahnfahrt oder Flug, ohne Hotel. Ich muss sagen, wenn es anders gewesen wäre, hätte ich mich geärgert.
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Ich kann Heike Scholz nur beipflichten, wenn sie sagt: “Hübsche Nabelschau einer Branche, die in erster Linie sich selbst feiert.” Und auch Kralle kann ich nur zustimmen, denn es gab in der Tat Unmengen Hostessen (das Bodypaintingfoto ist nur für Dich).
Es scheint völlig hip zu sein an einem Messestand, der wie eine ultracoole Hochglanz-Lounge auf Raumschiff Enterprise 2.0 aufgemacht ist, in schwarzen Klamotten und mit Juppigehabe Espresso zu trinken… alle Gadgets im Anschlag… zieh Fremder.
Und überhaupt: diese Unmenge an Kaffee- und Espresso-Vollautomaten! Alles was Rang und Namen hat – Saeco, Jura und wie se alle heißen – war gleich in mehreren Bauklassen vertreten. Ich war noch nie auf einer Kaffeeröstermesse… aber so stelle ich mir das vor.
Inhaltlich konnte ich sehr wenig aus dem Besuch der OMD ziehen. Ich habe in einige Vorträge reingehört und mich zu Tode
gelangweilt. An den Ständen war wenig Neues und nichts rasend Interessantes zu finden. Bis auf den Messekatalog, einige Flyer und die obligatorische Werbetasche war es das für mich.
Im Fazit bin ich einigermaßen enttäuscht, denn ich hatte schon auf den ein oder anderen erhellenden Einblick, eine
bahnbrechende News oder auf irgendetwas Exklusives gehofft – aber das waren offenbar falsche Vorstellungen.
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