So wie es aussieht zeigt die britische Gruppe Radiohead derzeit der Musikindustrie grinsend den Mittelfinger. Das Konzept – den Fan/Hörer den Preis bestimmen zu lassen – scheint aufgegangen zu sein. Bereits in den ersten beiden Tagen sollen furiose 1,3 Millionen Downloads erfolgt sein. Wow!
Natürlich muss man im Hinterkopf behalten, dass es sich bei Radiohead nicht um eine No-Name-Band handelt und dass sie wahrscheinlich ihre Popularität maßgeblich mit Hilfe der Musikindustrie aufgebaut haben. Desweiteren haben sich die Pressemeldungen zum neuen Geschäftsmodell geradezu überschlagen und damit verbunden gab es eine Menge kostenlose PR. Trotzdem zeigt der Erfolg an was möglich ist und wo die Musik-Reise in Zukunft hinführen könnte.
Wie Radiohead Gitarrist Jonny Greenwood vor ein paar Tagen gesagt hat, ist es nicht die Absicht der Band eine Revolution zu starten und ihre Musik zu verschenken. Vielmehr soll verhindert werden, dass die Musik lange vor dem offiziellen Release des Albums (Anfang 2008) auf Tauschbörsen verramscht wird. Radiohead baut darauf, dass ihre Musik trotzdem genug Fans dazu bewegt auch das qualitativ hochwertigere physische Produkt zu kaufen.
Nun denn, ein Kommentator auf alleyinsider hat eine schnelle Rechnung aufgemacht. Wenn es tatsächlich 1,3 Millionen Downloads gab und die Hälfte der Käufer (650.000) im Schnitt 8 Dollar bezahlt hat, dann kommt man auf sagenhafte 5,2 Millionen Dollar in 2 Tagen. Dieser Verdienst würde normalerweise (bei einem Durchschnittsverdienst von 1-2 Dollar pro Album) den Verkauf von 2,6 – 5,2 Millionen Alben voraussetzen. So gesehen wäre dies ein mächtiger Erfolg für Radiohead und ein mächtiger Verlust für EMI.
Was man aus diesem Erfolg für die Zukunft der Musikindustrie ableiten kann bleibt IMHO noch offen. Es zeigt jedoch ein weiteres Mal, dass die derzeitigen Konzepte bei weitem nicht ausreichen den Musikmarkt auf Dauer dominieren zu wollen.
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