monetarisierung

Layer Ads schaden Firmenimage

Was der gesunde Menschenverstand jedem genervten Portalbesucher ohnehin schon gesagt hat, wurde nun von der Firma GOLDMEDIA Custom Research GmbH in einer kleinen Studie belegt.

Layer-Werbung kann dem Firmenimage abträglich sein.

Internetnutzer zwischen 18 und 45 Jahren wurden in einer Onlineumfrage nach ihrer Akzeptanz von Layerwerbung befragt. Das Ergebnis ist erdrückend:

97 Prozent fühlen sich von diesen Werbeeinblendungen gestört.
Knapp 43 Prozent aller Befragten gaben an, dass Layer-Werbung so extrem stört, dass sie Webangebote mit solchen Werbeformen meiden.
Bei 68 Prozent der Befragten sorgen Layer Ads  sogar für einen Imageverlust des beworbenen Unternehmens.

Wenn man dieses Ergebnis auf den Einsatz von Layer Ads auf Blogs bezieht, dann kann man – glaube ich – getrost davon ausgehen, dass man sich mit dieser Werbeform unter den Lesern keine Freunde macht. Ich halte Blogleser in aller Regel für noch webaffiner als “gemeine” Portalbesucher. Das bedeutet, dass sie sich noch stärker mit aggressiven Werbeformen herumschlagen müssen als moderatere Internetnutzer und entsprechend sicher noch allergischer darauf reagieren.

Wer seinen Blog monetarisieren möchte, sollte sich also lieber nach anderen Vermarktungsformen umsehen. Dies zeigt auch das kürzliche Experiment von Geldkrieg, der mit dem Einsatz von Layer-Ads nicht die erhofften Ergebnisse erzielen konnte.

Quellen:

Internet world business – Studie: Layer-Werbung ist schlecht fürs Firmenimage
Goldmedia GmbH – Pressemitteilung Layer Werbung

Blogvermarktung und Monetarisierung: any news?

Das für mich aufregendste und zugleich enttäuschendste Live-Stream-Panel von der re:publica lief unter dem Titel “Geld verdienen mit Blogs”. Aufregend, weil ich mir durchaus einige Tipps und Insights erhofft hatte und enttäuschend weil diese schlicht und ergreifend ausblieben.

Auf dem Podium vertreten waren Don Dahlmann, Robert Basic, Sascha Lobo und Remo Uherek (von Trigami).

Über die Auswahl der Podiumsteilnehmer lässt sich trefflich streiten. Meiner Meinung nach waren die ausgewählten Herren nicht wirklich die Richtigen. Zumindest nicht um über die Dinge zu erzählen, die für eher kleine und (noch) unbekannte Bloglichter interessant wären.

Don Dahlmann interessiert sich nicht wirklich für die direkte Monetarisierung seines Blogs, er nutzt den Blog aus Marketinggesichtspunkten und um auf indirektem Weg Aufträge zu generieren.

Robert Basic – als Deutschlands Alpha-(Blogger-)Männchen schlechthin – ist in der beneidenswerten Situation, dass geneigte Werbekunden auf ihn zukommen und er sich nicht wirklich bemühen muss seine gut bezahlten Werbeplätze zu füllen.

Sascha Lobo ist als Vertreter von Adical aufgetreten. Da Adical momentan aber eher noch untot dahin dümpelt und ohnehin nur 32 Blogs vertritt, ist es als Ansatz für monetarisierungswillige Normalblogger auch nicht wirklich zielführend

Schliesslich Remo Uhrek als Vertreter von Trigami… er hat selbstredend Paid Reviews als Monetarisierungsmöglichkeit promotet und zeigte damit als einziger einen (wenn auch nicht neuen) Weg für Normalsterbliche auf.

Wenn ich also kritisch in diese Podiumsrunde schaue, dann hätte mir eigentlich schon vorher klar sein können, dass hier nicht mit der Vorstellung von innovativen Vermarktungsformen zu rechnen ist. Heiko Seifert hat die Abrechnung mit dem Podium in seinem Blog noch sehr viel schärfer und unversöhnlicher formuliert.

Aus meiner Sicht war die Veranstaltung einmal mehr eine
Feststellung des Status Quo
:

  • wenn man schon groß und bekannt ist, läuft die Vermarktung von alleine
  • wenn man ohnehin keine reelle Chance hat seinen Blog zu versilbern, behauptet man am besten, dass man es sowie nicht möchte oder nie wollte. Mit der Zeit hat man vielleicht die Chance auf indirektem Weg gebucht zu werden (wofür auch immer).
  • AdSense bringt nur Peanuts
  • Affiliate-Links bringen nicht mal Peanuts
  • Trigami ist eine Option (bei der mit unkalkulierbaren Reaktionen von Google und der eigenen Leserschaft gerechnet werden muss)
  • die selbständige Vermarktung von Werbeflächen ist mindestens mühsam, auf jeden Fall anstrengend und vielfach unmöglich aber am Ende einträglich
  • die Abrechnung in TKP-Modellen wäre schrecklich wünschenswert… aber es gibt dafür keine erreichbaren Anbieter
  • Reichweiten festzustellen und auch noch zu kommunizieren ist das größte Problem

So what’s new?

Neu scheint nur die Ankündigung von Sascha Lobo, das Adical in naher Zukunft wieder Leben eingehaucht werden soll und die fast ätherische Aussicht auf eine Öffnung für weitere Blogs.

Neu ist auch die Gründung der “Arbeitsgemeinschaft Social Media”. Auf Initiative von Benedikt Köhler haben sich eine Reihe Menschen zu einem Projekt zusammen gefunden mit dem Ziel die Blogosphäre wissenschaftlich zu erforschen und zu vermessen und ihre politische und gesellschaftliche Relevanz festzustellen. Genaueres findet man in einem Interview von Benedikt Köhler bei medienlese und sehr bald auf der Projektseite.

Die Gründung der AG und ihre Forschungspläne sind für mich nicht nur bottom line sondern auch die besten Nachrichten, die aus dem Thema momentan zu ziehen sind, weil ich denke, dass damit an einer Basis gearbeitet wird auf der man eine sinnvolle Blogvermarktung in der Zukunft aufbauen kann. Sehr longtailig… aber immerhin eine Aussicht. ;-)

Wer gute Zusammenfassungen der Veranstaltung lesen möchte, den empfehle ich zu medienlese und zum Pottblog.