md 430

Weil Mädchen nicht löten können…

Ich will ja schon länger mal mit einem (oder auch mehreren?) Podcast(s) experimentieren… habe aber bisher nur das obligatorische Headset mit Mikrofon. Dieses reicht zwar für YouTube und Skype… aber ansonsten ist es eher von minderer Qualität. Also mache ich mir seit einiger Zeit Gedanken über ein geeignetes Podcasting Mikrofon.

Von einem Bekannten habe ich ein paar alte Mikrofone geschenkt bekommen. Alt, weil sie – glaube ich – so 1982 “modern” waren. Dafür aber sollen die Dinger echt von überragender Qualität sein und ganz prima geeignet für Sprachaufzeichnungen. Es handelt sich um das Modell MD 430 von Sennheiser. Sennheiser ist ja mal immerhin ein klangvoller Name in der Musikbranche… da bin ich auch bereit mich von der Optik des Mikrofons ablenken zu lassen… die ist nämlich eine ziemliche Beleidigung für’s Auge… aber wenn es ja so eine überragende Qualität hat… mal schauen…bzw. hören.

Die Originalverpackung des Mikrofons gibt nicht besonders viel her. Da steht nur “Musik – Reporter – Amatuer – Studio” und neben der Modellbezeichnung sind noch die Bezeichnungen “Kommando-Mikrofon” und “Anti Feedback Microphone” zu finden. Mein Bekannter – selbst seit 100 Jahren Musiker – ist völlig begeistert von der Qualität und ich denke, dass sowas hochwertiges für meine Podcast-Experimente genau richtig sein könnte.

Nun aber das Problem, dass die Mikrofone zwar Kabel haben, aber keinen Stecker. Das ist besonders gut, sagt mein Bekannter, weil man sich genau das dranlöten kann, was man braucht.

Okay… aber ich kann nicht löten.

Ich weiss es kann nicht schwer sein… ich hab sogar ein kleines Lötset von einem Billig-Discounter hier liegen… aber ich bin ein Mädchen. Niemand bringt nem Mädchen das Löten bei. Was bei Jungs – jedenfalls bei den leicht verfreakten – ein völlig natürlicher Bestandteil des Erwachsenwerdens zu sein scheint, geht an den Frauen komplett vorbei. Und wie hätte ein Kerl jemals ahnen können, dass er mit dem Ansinnen mir das Löten beizubringen, in meiner Gunst gestiegen wäre… wo doch die Mehrheit meiner Geschlechtsgenossinnen eher ein “weiche von mir Saten” zischen, wenn das Thema aufkommt.

Wie auch immer… ich kann jedenfalls noch immer nicht löten.

Leider kam jetzt – in Bezug auf das olle Mikro – noch hinzu, dass ich von der Verkabelung von Mikrofonen, Klinkensteckern, etc. so viel Ahnung habe wie ne Kuh vom Häkeln. Gut, der Kram ist im Netz einigermassen gut dokumentiert und für Leute wie mich, die ich nicht mal einen Schaltplan lesen kann, gibt es auch durchaus Bilderbuch-Anleitungen.

Ich hab das also versucht mit dem Löten.

Das Ergebnis war beschämend und auch sooo frustrierend, dass ich mich entschlossen habe ein Mikro zu nem Fachmann zu geben und den Klinkenstecker löten zu lassen. Ein lokaler Händler für HiFi-Equipment war geneigt mir zu helfen und hat für schlappe 8,- Euro zum Lötkolben gegriffen. Keine Chance zuzusehen und was zu lernen, was glaubt Ihr denn. :-)

Nun ja… ich dachte ein Beispiel zum Aufschauben und nachsehen wird reichen… aber ich hab ehrlich gesagt noch nicht wieder zum Lötkolben gegriffen. Wenn ich mir die saubere Arbeit des Fachmannes so betrachte, dann steigt mir die Schamesröte ins Gesicht. Bin ich froh, dass ich mein Werk keinem gezeigt habe.

Ein Mikrofon ist ja nun fertig…

also hab ich das Ding natürlich umgehend an die Soundkarte geklemmt und getestet… war ja ungemein spannend bezüglich der versprochenen, überragenden Qualität. Da kam dann zielgenau die nächste Ernüchterung auf mich zu. Die Qualität lässt sich praktisch nicht feststellen, weil des Ton soooo leise bleibt, dass man kaum was hört. Da der Ton von meinem Headset laut genug ist und ich auch mit einigem Rumprobieren nichts erreicht habe, musste Google wieder herhalten. Ich bin jetzt auf die vage Idee gekommen, dass mein wunderbares Mikrofon möglicherweise eine eigene Stromversorgung brauchen könnte… sprich eine Phantomspeisung. Mischpulte haben sowas… aber ich hab kein Mischpult. Wie ätzend.

Also vorläufig keine vernünftige Lösung in Sicht – zumindest nicht ohne Geld auszugeben.

Was bleibt ist sich in den Shops umzusehen und das Recherchieren nach Reviews und Tests.
Auf der Suche nach einer Eierlegendenwollmilchsau für’s Podcasting und für Interviews habe ich mir zuerst Lösungen angeschaut, die fest am PC bzw. Schreibtisch installiert werden. Da gibt es wirklich schicke und auch erschwingliche Sachen. Aber ich hab ja auch noch die wirre Vorstellung mal unterwegs etwas aufzeichnen zu können. Also habe ich mir die Eckdaten des ZOOM H-2 angeschaut und ein wenig herumgelesen und ich denke das könnte meine Eierlegendewollmilchsau sein. Ich hab das Ding also bestellt und warte jetzt jede Minute auf sein Eintreffen. Ich werde bestimmt bald näheres darüber zu berichten haben.

Weil Mädchen nicht löten können, habe ich nun – anstatt eines einfachen Podcasting Mikrofon – einen Zoom H-2 …ist ja im Ergebnis dann doch irgendwie cool. :-)

Sollte unter den geneigten Lesern jemand sein, der nicht zu weit weg wohnt und der Lust hat mir das Löten beizubringen…? Das würde mich mit heller Freude erfüllen. Gibt es jemanden, der mit diesen Sennheiser Mikrofonen etwas anfangen kann oder etwas drüber weiß? Meldet Euch bei mir. :-)