Marketing

Viraler Axe Effect

Das ist doch mal eine kluge Werbung für einen Brillenhersteller!
Danke für den Lacher zum Wochenende an: Whatsad

Easy Writer: viraler Biker Roman

Wie aus einfacher Lust am Schreiben ein gedrucktes Buch wird und wie man selbiges auch noch vermarkten kann, ohne es wirklich zu vermarkten… das kann man sich beim Kuhjoten anschauen.

Der Kuhjote ist ein Biker. Ein BMW-Fahrer, der seine Lust am Schreiben in Bikergeschichten umsetzt und diese bisher – als Fortsetzungsroman – in einschlägigen Foren veröffentlicht hat. Seine Geschichten kamen und kommen so gut an, dass er sich entschlossen hat seinen ersten Roman als gedrucktes Buch heraus zu bringen. Man kann quasi die ganze Entstehungsgeschichte im Web nachlesen und jetzt auf dem Kuhjote-Blog auch weiter verfolgen.

Den ersten Roman “Eine Woche im Bikerhotel” kann man seit kurzem online bestellen.

Für mich isBikerhotelt die ganze Geschichte ein wunderbares Erfolgsbeispiel. Hier tut jemand etwas aus Leidenschaft… er tut dies in einer Nische, einem Markt mit recht enger Zielgruppe… das Marketing funktioniert viral und automagisch, weil das Produkt gut ist und den Nerv der Zielgruppe trifft. Das ganze verläuft vollkommen transparent und ehrlich… und obwohl die “Ur-Fassung” des Romans komplett im Web zu finden und zu lesen ist, verkauft sich das gedruckte Buch wie warme Semmeln.

Das klingt in meinen Ohren wunderbar organisch… eine ausgesprochen natürliche Form des viralen Online-Marketings eben. :-)

Was den Roman angeht, er ist nicht nur eine prima Geschenkidee für männliche Biker mittleren Alters… auch weiblichen Computerfreaks macht die Lektüre Spaß und das erweitert die Zielgruppe eigentlich schon erheblich. :-)

Studie: Erfolgschance von YouTube Videos ist berechenbar

Vorhersagen zu können welches virale Potenzial in einem YouTube Video steckt, ist eine Vorstellung, die so manchem Marketingspezi feuchte Träume bescheren dürfte.

Ganz so weit ist man aber noch nicht. Die Frage nach dem WARUM lässt sich bisher nicht beantworten.

Möglich ist aber bereits folgendes:

Am Zuschauerzuwachs für ein bestimmtes Video Entwicklungen zu erkennen, die zu einem Massenphänomen führen könnten. Dies noch bevor diese Entwicklung überhaupt von einer kritischen Masse an Individuen vollzogen wurde.

Soziophysik nennt sich dieses Fachgebiet und das untersuchte Phänomen wird auf Neudeutsch “Herding” genannt… das herdenartige Verhalten, dass zur viralen Verbreitung von Inhalten führt.

Riley Crane setzte sich als Postdoktorand an der ETH Zürich mit diesen Dingen auseinander und veröffentlichte eine Studie.  Während der Dauer von 2 Jahren hat Crane die Zuschauerzahlen von fünf Millionen Videos auf YouTube beobachtet und zeigt, dass die wachsende Aufmerksamkeit in sozialen Systemen (wie z.B. YouTube) nach bestimmten, wiederkehrenden Mustern verläuft. Diese Muster können mit mathematischen Modellen beschrieben werden.

Diese Ergebnisse sind natürlich aus Marketingsicht rasend interessant. Da verwundert es kaum, dass Riley und sein Professor Didier Sornette laut dem Newsartikel bei der ETH Zürich bereits in Verhandlungen mit Amazon stehen, um das eigene System in deren Internet-Plattform zu integrieren.

via Coach im Netz

Google Whitepaper beleuchtet CPA Performance im Content Network

Google bietet ein Whitepaper zum Download, das die CPA Performance im Google Content Network untersucht.

Erwartungsgemäß kommt man darin zu dem Schluss, dass das Content Network mindestens so performant, wenn nicht sogar effektiver ist, wie das Search Network. Allerdings scheinen die Zahlen so brutal gemittelt, dass kaum ein anderes Ergebnis zu erwarten war.

Wie auch immer… es ist natürlich trotzdem interessant zu lesen. :-)

Blogvermarktung und Monetarisierung: any news?

Das für mich aufregendste und zugleich enttäuschendste Live-Stream-Panel von der re:publica lief unter dem Titel “Geld verdienen mit Blogs”. Aufregend, weil ich mir durchaus einige Tipps und Insights erhofft hatte und enttäuschend weil diese schlicht und ergreifend ausblieben.

Auf dem Podium vertreten waren Don Dahlmann, Robert Basic, Sascha Lobo und Remo Uherek (von Trigami).

Über die Auswahl der Podiumsteilnehmer lässt sich trefflich streiten. Meiner Meinung nach waren die ausgewählten Herren nicht wirklich die Richtigen. Zumindest nicht um über die Dinge zu erzählen, die für eher kleine und (noch) unbekannte Bloglichter interessant wären.

Don Dahlmann interessiert sich nicht wirklich für die direkte Monetarisierung seines Blogs, er nutzt den Blog aus Marketinggesichtspunkten und um auf indirektem Weg Aufträge zu generieren.

Robert Basic – als Deutschlands Alpha-(Blogger-)Männchen schlechthin – ist in der beneidenswerten Situation, dass geneigte Werbekunden auf ihn zukommen und er sich nicht wirklich bemühen muss seine gut bezahlten Werbeplätze zu füllen.

Sascha Lobo ist als Vertreter von Adical aufgetreten. Da Adical momentan aber eher noch untot dahin dümpelt und ohnehin nur 32 Blogs vertritt, ist es als Ansatz für monetarisierungswillige Normalblogger auch nicht wirklich zielführend

Schliesslich Remo Uhrek als Vertreter von Trigami… er hat selbstredend Paid Reviews als Monetarisierungsmöglichkeit promotet und zeigte damit als einziger einen (wenn auch nicht neuen) Weg für Normalsterbliche auf.

Wenn ich also kritisch in diese Podiumsrunde schaue, dann hätte mir eigentlich schon vorher klar sein können, dass hier nicht mit der Vorstellung von innovativen Vermarktungsformen zu rechnen ist. Heiko Seifert hat die Abrechnung mit dem Podium in seinem Blog noch sehr viel schärfer und unversöhnlicher formuliert.

Aus meiner Sicht war die Veranstaltung einmal mehr eine
Feststellung des Status Quo
:

  • wenn man schon groß und bekannt ist, läuft die Vermarktung von alleine
  • wenn man ohnehin keine reelle Chance hat seinen Blog zu versilbern, behauptet man am besten, dass man es sowie nicht möchte oder nie wollte. Mit der Zeit hat man vielleicht die Chance auf indirektem Weg gebucht zu werden (wofür auch immer).
  • AdSense bringt nur Peanuts
  • Affiliate-Links bringen nicht mal Peanuts
  • Trigami ist eine Option (bei der mit unkalkulierbaren Reaktionen von Google und der eigenen Leserschaft gerechnet werden muss)
  • die selbständige Vermarktung von Werbeflächen ist mindestens mühsam, auf jeden Fall anstrengend und vielfach unmöglich aber am Ende einträglich
  • die Abrechnung in TKP-Modellen wäre schrecklich wünschenswert… aber es gibt dafür keine erreichbaren Anbieter
  • Reichweiten festzustellen und auch noch zu kommunizieren ist das größte Problem

So what’s new?

Neu scheint nur die Ankündigung von Sascha Lobo, das Adical in naher Zukunft wieder Leben eingehaucht werden soll und die fast ätherische Aussicht auf eine Öffnung für weitere Blogs.

Neu ist auch die Gründung der “Arbeitsgemeinschaft Social Media”. Auf Initiative von Benedikt Köhler haben sich eine Reihe Menschen zu einem Projekt zusammen gefunden mit dem Ziel die Blogosphäre wissenschaftlich zu erforschen und zu vermessen und ihre politische und gesellschaftliche Relevanz festzustellen. Genaueres findet man in einem Interview von Benedikt Köhler bei medienlese und sehr bald auf der Projektseite.

Die Gründung der AG und ihre Forschungspläne sind für mich nicht nur bottom line sondern auch die besten Nachrichten, die aus dem Thema momentan zu ziehen sind, weil ich denke, dass damit an einer Basis gearbeitet wird auf der man eine sinnvolle Blogvermarktung in der Zukunft aufbauen kann. Sehr longtailig… aber immerhin eine Aussicht. ;-)

Wer gute Zusammenfassungen der Veranstaltung lesen möchte, den empfehle ich zu medienlese und zum Pottblog.