Suchmaschinen

Jahresfinanzbericht 2007 von Google

Wer schon immer gerne mal einen tieferen Blick in Googles Finanzen werfen wollte, der kann sich den Jahresfinanzbericht 2007 – auch bekannt unter dem Namen “form 10k” – zu Gemüte führen. Darin enthalten ist insbesondere auch die vollständige Liste der Zweigstellen und Tochtergesellschaften.

Für Deutschland werden folgende Unternehmen aufgeführt:
At Last Software GmbH
AllPAY GmbH
bruNET GmbH
bruNET Holding AG
Endoxon (Deutchland) GmbH
Neven Vision Germany GmbH
Skydocks GmbH
und natürlich Google Germany GmbH.

Google: Linkverkauf schadet Ranking

Die Herab- und Herumstufungen des Toolbar Pagerank aufgrund von Linkhandel und neuerdings offenbar auch bezahlten Posts hat die SEO Szene schon massiv in Aufruhr versetzt. Im Hintergrund wird offenbar weiter an den Richtlinien gefeilt. Gestern meldete blogoscoped eine neuerliche Textänderung im Google Webmaster Help Center.

bisheriger Wortlaut neuer Wortlaut
“Buying links in order to improve a site’s ranking is in violation of Google’s webmaster guidelines and can negatively impact a site’s ranking in search results.” “Buying or selling links that pass PageRank is in violation of Google’s webmaster guidelines and can negatively impact a site’s ranking in search results.”

Die deutsche Version scheint noch nicht angepasst zu sein, denn dort ist bisher nur davon die Rede, dass der Kauf von Links gegen die Richtlinien verstößt.

Hiermit dürfte es nun letztendlich offiziell sein, dass Linkverkauf nicht nur gegen die Richtlinien verstößt und zu Einbußen im Toolbar-Pagerank führt, sondern ebenfalls das Ranking in den Suchergebnissen negativ beeinflussen kann. Siehe auch den Post auf Search Engine Journal.

Webmastertools jetzt mit geografischem Standort

Wie eben von Searchengineland zu erfahren ist, gesellt sich zu den Google Webmastertools nun eine Funktion, mit der man den geografischen Standort einer Domain festlegen kann. Das ist ein länger vermisstes Feature, beispielsweise dann wenn man zwar eine deutsche Seite betreibt, aber keine .de-Domain hat oder wenn man seine .de-Domain in den USA hosten lässt.

Google hat bisher die geografische Zielgruppe aus verschiedenen Daten geraten, nämlich der TLD, dem Serverstandort und der eingesetzten Sprache. Jetzt hat man die Möglichkeit in den Webmastertools festzulegen “wo man hin möchte”.


Ob man diese Festlegung nun für das Land, das Bundesland, die Region oder bis hinunter auf die Strassenebene nutzt, hängt natürlich von der Zielgruppe ab. Ich denke für regionale oder lokale Seiten brechen hiermit andere Zeiten an und auch Angebote auf nicht länderspezifischen Domains (wie .com, .org, .net oder .info) mit deutschsprachigen Inhalten werden es etwas einfacher haben.

Momentan ist es noch nicht möglich einer Domain mehrere Länder zuzuordnen. Dies macht z.B. dann Sinn, wenn man auf einer Domain mehrere länderspezifische Versionen einer Seite in verschiedenen Sprachen betreibt. Einen Workaround kann man erreichen, indem man die Subdomains oder Folder (so vorhanden) ebenfalls in den Webmastertools anmeldet und dort jeweils eigene geografische Zielgruppen einrichtet.

Sind deine Geheimnisse sicher bei Google?

Es will alles über dich wissen.
Es will dein bester Freund sein…dein großer Bruder.

In der abgefahrenen Kalifornischen Sonne scheinen die gleißenden Glas- und Stahlkurven des Googleplex dich vom Trottoir zu fegen mit ihrem Versprechen dir einen flüchtigen Blick in die Zukunft zu gewähren. Es ist 8 Uhr morgens an einem Montag und Bataillone von High-Tech-Fußsoldaten erreichen den güldenen Palast der Online-Revolution. Mit Laptop und Latte bewehrt steigen sie aus Polonäsen von biodieselbetriebenen Bussen, laut und schnell schnatternd über die letzten raketenartigen Silicon Valley Start-Ups mit Namen die sich anhören wie Teletubbies: Jajah, Orgoo, Ningo. Geek für Geek bewegen sie sich hinein, beginnen zu surfen und kontrollieren die Quadrillionen Bytes an Informationen die durch Googles gigantische Server wogen und auf unsere Desktops und Handys brettern in jeder Minute an jedem Tag.

Der Gehsteig ausserhalb der Google Konzernzentrale in Moutain View – 40 Autominuten südlich von San Francisco – ist ungefähr so nah wie die meisten Menschen der Firma jemals kommen werden. Der Firma die den Suchmaschinenmarkt in die Enge getrieben hat und die die Killerapplikation der modernen Informationswirtschaft schlechthin wurde. Mit seinem ganzen Erfolg ist Google ein geschlossenes System, so undurchdringlich wie seine komplexen Suchalgorithmen.

Seine milliardenschweren Gründer Sergey Brin, 34, und Larry Page, 34, geben kaum jemals Interviews und Reporter schaffen es selten durch den Firmeneingang um mit den Executives zu sprechen. Vor einigen Wochen haben sie die The Sundy Times ins Herz der Konzernzentrale eingeladen.

Was sich – quick and dirty ins Deutsche übersetzt – fast anliest wie die letzte Science-Fiction Kurzgeschichte aus der c’t, ist im Gehalt weit weniger prosaisch. Dass das Google-Universum eine Datenkrake ist war uns allen bereits klar. Die Onlineausgabe der britischen Sunday Times schaut Google aber ganz genau auf die Finger und ich hab wenige derart ansprechend geschriebene Artikel zum Thema gelesen. Wer des Englischen mächtig ist, sollte sich das nicht entgehen lassen. Es liest sich leicht wie ein Frühlingsmorgen und gibt Einblicke in die Geschichte, die Gegenwart und die Zukunftsvisionen von Tante G.

Suchmaschinenreport für 15 Länder

Der “Global Search Report” ist eine jährlich erscheinende Kompilation von Statistiken zur PPC- und Suchmaschinennutzung aus Ländern rund um die Welt (damit ist gemeint, dass die USA dabei nicht gemeint ist). Das Ziel des Reports ist es Marktprofile und Marktdaten zu sammeln, die über den Tellerrand der gemeinhin gut durchleuchteten USA/Großbritannien-Sphäre hinaus schauen und damit grundlegende Informationen für diejenigen bereit zu stellen, die an “multilingualem Marketing” interessiert sind. Den Report kann man bei e3internet als PDF herunterladen.

Wie global der Report nun tatsächlich ist, mag bei 15 teilnehmenden Nationen jeder für sich entscheiden. Die enthaltenen Informationen sind natürlich dennoch interessant. Statt hier eine nackte Länderliste abzutippen habe ich hinter dem Landesnamen den jeweilig genannten Marktanteil von Google angefügt. Augenfällig finde ich die Marktdominanz von Google besonders in Mitteleuropa.

Niederlande 94%
Deutschland
93% (Deutschland ist nicht im Report)
Israel 90%
Bulgarien 90%
Portugal 90%
Großbritannien 82%
Dänemark 80%
Island 51%
Spanien 47,7%
Russland | Ukraine 25,1%
Tschechien | Slowakei 24,75%
China 21,7%
Estland 20%
   
Italien
Japan
Süd Korea
(keine Daten)
(2. Platz ohne Zahlen)
(Google spielt hier keine Rolle)
   

Da Deutschland nicht im Report dabei ist, habe ich die entsprechenden Daten zum bequemen Vergleich mal zusammen gestellt:

Bevölkerung: 82,3 Millionen (Quelle Wikipedia)
Internetuser geschätzt: 50,2 Millionen
Internet Penetration: 61% (Quelle Heise)

Google dominiert den deutschen Suchmaschinenmarkt mit einem Marktanteil von 89,7%. Da die Dienste AOL und T-Online ebenfalls Google-Daten für ihre Suchmaschinen-Angebote nutzen müssen deren Ergebnisse im Prinzip zu denen von Google hinzuaddiert werden. Dies betrifft auch Freenet, die noch einen Marktanteil von 0,3% einbringen. Aufaddiert kommt Google also auf einen Marktanteil 93%. Damit sind andere Dienste faktisch nur noch “unter ferner liefen” zu kategorisieren und Google kommt in Deutschland – auch im Vergleich zu anderen Ländern – eine ungeheure Marktmacht zu. Im letzten Jahr lag Googles Marktanteil noch bei 90,3%.

Was die PPC Coverage angeht habe ich keine konkreten Zahlen bzw. bezifferte Marktanteile finden können. Ich gehe davon aus, dass Google auch hier hochprozentig dominiert. Wobei anzumerken ist, dass der deutsche Markt für Online-Werbung eben erst in der Aufwachphase ist.