Als RSS Junkie mit über 200 Feeds im Reader gehört das Scannen und Lesen von Feeds zu meinen täglichen Brot. Google Alerts habe ich bisher nur recht sparsam eingesetzt, da Mails einfach nicht mein Medium in Bezug auf News sind.
Die Möglichkeit Google Alerts nun per RSS in den Feedreader zu integrieren, ist für mich eine ausgesprochen nützliche, neue Funktion. Sie gestattet mir die Integration der Alerts in meinen täglichen Workflow und erlaubt es ausgesprochen bequem zu bestimmten Keywords auf dem Laufenden zu bleiben.
Aaron Wall weist darauf hin, dass gemäß des internen Google Quality Rater Dokuments, das kürzlich veröffentlicht wurde, Mahalo als Spam einzustufen ist.
Das Zitat aus den Richtlinien:
Final Notes on Spam
When trying to decide if a page is Spam, it is helpful to ask yourself this question: if I remove the scraped (copied) content, the ads, and the links to other pages, is there anything of value left? if the answer is no, the page is probably Spam.
Quick and dirty übersetzt:
Abschließende Hinweise zu Spam
Beim Versuch zu entscheiden, ob eine Seite als Spam einzustufen ist, ist es hilfreich sich selbst diese Frage zu stellen: wenn ich gescrapte / kopierte Inhalte, Werbemittel und Links zu anderen Seiten entferne, bleibt dann überhaupt etwas von Wert übrig? Wenn die Antwort darauf NEIN lautet, dann ist die Seite wahrscheinlich Spam.
Seine Behauptung stützt Aaron mit der Googlesuche nach “Best Computer Speakers” …bei dieser Suche wird ein Eintrag von Mahalo auf Platz 1 ausgegeben. Folgt man diesem Link und entfernt – wie oben beschrieben – kopierte Inhalte, Werbung und Links… dann bleibt laut Aaron 0 einzigartiger Inhalt (unique content) und 0 Nutzen für den Suchenden.
Es folgt dann noch ein netter Seitenhieb gegen Jason Calacanis … offenbar nicht nur wegen der neuerlichen Meldung zum Einsatz von Affiliate Links auf Mahalo.
Ich persönlich würde sicher nicht so weit gehen zu behaupten Mahalo sei Spam. Allerdings glaube ich auch weder an das Konzept von Mahalo, noch daran, dass es geeignet ist Google eine wie auch immer geartete Konkurrenz machen zu können. Anyway… das Grinsen über Aarons Beitrag kann ich mir jedenfalls nicht verkneifen.
Nachtrag: ich sehe gerade, dass Calacanis höchst selbst in den Kommentaren dabei ist. Ob man da von einem getroffenen Hund ausgehen darf?
Ist es das was uns mit Google blüht?
Baynado hat eben erst einen guten und lesenswerten Artikel darüber geschrieben und lässt seinen Big Brother Fantasien freien Lauf. Mir fehlte die Erwähnung von Googles neuerliches Engagement in Gesundheitsthemen und Genanalyse.
Neulich war erst im Google Watch Blog zu lesen, dass Google das Personal Genome Project des Molekularbiologen George Church finanziell unterstützt. Das mag man ja noch abtun als Spende für einen guten Zweck oder Investition in den Fortschritt der Menschheit.
Die Geschichte mit Google Health lässt mich dann aber spätestens zucken. Ja klar… Zugriff auf Patientenakten und damit Einblick bis hinunter auf die letzte Grippe. Schon an dieser Stelle braucht man meiner Meinung nach kein Verschwörungstheoretiker zu sein, um ein paar unangenehme Fantasien zu bekommen. Aber die Geschichte geht ja noch ein ganzes Stück weiter.
Sergey Brins (einer der Google Gründer) Ehefrau betreibt zufälligerweise die Firma 23andMe bei der man den Gentest für Jedermann zum Schnäppchenpreis von 1000 Dollar oder 750 Euro haben kann.
Nicht ganz neu.
Neu ist auch nicht, dass diese Firma nicht unerheblich von Google finanziert ist.
Was für ein Bild ergibt sich da insgesamt?
Google drängt massiv in den Gesundheitsbereich… aber warum?
Wie sorglos man in den USA teilweise mit Datenschutzthemen umzugehen bereit ist, ist hinlänglich bekannt. Wer zu dieser Einschätzung ein aktuelles Update braucht, der kann sich auf Techcrunch das Ergebnis von Michael Arringtons DNA Analyse bei 23andMe durchlesen. Hier erfährt der Leser, nicht nur dass der gute Mann zu flüssigem Ohrenschmalz neigt… :-O
Momentan hat er über 50 Kommentare unter seinem Artikel… diese sind auch teilweise erstaunlich.
Ich bin ehrlich gesagt etwas fassunglos und muss sagen, dass in diesem Licht die “privacy issues” von z.B. facebook wie ein Witz erscheinen.
Rand Fishkins Whiteboard Friday Reihe auf seomoz ist fast immer sehenswert… nicht zuletzt weil der Junge es wirklich drauf hat nett und charmant rüber zu kommen. Wenn man dann noch Rands Reichweite mit in Betracht zieht, gehe ich davon aus, dass er praktisch jeden Interviewgast haben kann den er will. Diesmal war es Matt Cutts. Eingefangen hat er ihn auf der SMX West und vorgeführt wird er in Rands Hotelzimmer… was ich nicht gerade als typische Businessumgebung bezeichnen würde.
Wie auch immer – auch die Themen des Interviews sind nicht ausschließlich typische Businessthemen. So erzählt Matt zu Anfang recht ausführlich wie er zu Google gekommen ist, wie er in seine jetzige Position gekommen ist und warum er so viel auf Konferenzen zu finden ist. Interessant ist, dass er zugibt Kritik an Google sehr persönlich zu nehmen und sich sehr stark mit Google zu identifizieren. Er sagt von sich, dass er wirklich an die Mission von Google glaubt. Er sagt weiterhin, dass er nie das Gefühl hat fake sein zu müssen… er muss sich nie aus Marketinggesichtspunkten verstellen, sondern kann einfach er selbst sein. Das würde IMHO bedeuten, dass er sehr freie Hand hat.
Ein weiterer Themenkreis ist die Frage nach der algorithmischen oder humanoiden Spamsuche. Hier bestätigt Matt, dass in der Tat Menschen eingesetzt werden und auch wenn die Skalierbarkeit immer wieder in Frage gestellt wird, so kann seiner Aussage nach eine einzige Person sehr große Wirkung haben. Im Webspam Team werden Menschen in skalierbarer und robuster Art und Weise eingesetzt – was immer das genau heißen mag. Er räumt ein, dass das zum Teil nur solange passiert bis ein neuer Algo gebaut wurde.
In einer Randbemerkung erwähnt Matt, dass der Spamreport sehr gut funktioniert… oder sollte man sagen konvertiert?
Zum Ende hin nach Grey Hat bzw Black Hat Techniken befragt, die Google sicher erkennt, werden hidden text, keyword stuffing und java script redirects genannt, was ich nicht wirklich ergiebig finde. Das hört sich entweder nach Tiefstapelei oder nach Zeitknappheit an.
Wer des Englischen mächtig ist, der schaut sich das Interview am besten komplett an und vertraut hier nicht auf meine quick and dirty Zusammenfassung.
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