Monats-Archive: Mai 2008

Vista: jetzt sterben schon die Magazine

Laut einer Meldung auf Golem muss der Fürther Verlag Computec Media sein Vista-Magazin einstellen. Als Gründe nennt Thilo Bayer (Objektleiter Windows Vista: Das Offizielle Magazin) folgende:

‘Die Entscheidung zur Einstellung von Windows Vista: Das Offizielle Magazin wurde wesentlich dadurch beeinflusst, dass Windows Vista als Betriebssystem die hohen Erwartungen bis heute nicht erfüllt hat.’

Johannes Sevket Gözalan, Vorstandsvorsitzender der Computec Media AG, wird in der Pressemitteilung des Verlags folgendermassen zitiert:

‘Auf Grund der unerwartet schlechten Marktsituation des Fokusthemas gibt es keine Notwendigkeit mehr für ein eigenes Printmagazin. Trotz der hervorragenden redaktionellen Qualität des Magazins ist die Zielgruppe der Windows-Vista-User einfach zu klein, um rentable Vertriebszahlen zu erwirtschaften’

Langjährigen Windowsnutzern ist es ja unweigerlich vertraut, dass Microsoft bugverseuchte Betas in den Markt drückt und erst später nachbessert. Das Trauerspiel mit Vista schlägt allerdings aus meiner Sicht alle bisher dagewesenen Rekorde seit Version 3.0. Microsoft selbst ist ja inzwischen schon in einigen Punkten zurückgerudert. Dass jetzt sogar Printmagazine einen frühen Hungertod sterben, habe ich so noch nicht bewusst erlebt. Hasta la Vista, Baby!

Bannerplätze selbst vermarkten

Es gibt sehr viele Blogs, die veröffentlichen wie viel Geld sie pro Monat mit verschieden Werbeformen verdienen. Eine zuverlässige Quelle für solche Zahlen ist der Blog “Selbständig im Netz“.

Neben Adsense, Trigami und Partnerprogrammen tauchen immer wieder selbst verkaufte Werbeplätze in den aufgeschlüsselten Listen auf. Die Selbstvermarktung von Bannerplätzen ist eine interessante Strategie und gleichzeitig der Bereich, der irgendwie im Dunkel bleibt. Natürlich kann man u.U. sehen wer Werbung auf dem Blog schaltet (wenn’s nur der eine Blog ist), aber an Informationen darüber, wie man mögliche Werbepartner aquiriert kommt man nirgends so richtig.

Über alle dem schwebt Rober Basic, der (nach eigenen Angaben) gar nicht aktiv auf mögliche Werbepartner zu gehen muss, denn die Willigen melden sich bei ihm. Wie beneidenswert!

Große und besucherstarke Webseiten hatten scheinbar noch nie ein Problem Werbepartner zu finden. Ist man groß genug, kann man sich sogar einen Vermarkter suchen, der die vielleicht lästige aber in jedem Fall zeitaufwändige Aquise übernimmt.

Aber was ist mit den vielen kleineren Blogs?

Sind diese alle uninteressant für Bannerwerbung?
Ich denke nicht, denn es gibt sicher eine große Anzahl kleiner Agenturen, kleiner Gewerbetreibender etc. die mit kleinen Werbebudgets auch versuchen müssen das Beste zu erreichen. Ausserdem sehe ich ein hohes Potenzial auch innerhalb der Szene… es gibt genug Anbieter von kostenpflichtigen Diensten und Tools, die auch nicht gerade nur mit Key Accounts spielen.

Was liegt also näher, als eine Vermarktungsplattform für Blogs zu schaffen?

Das Ding muss IMHO selbstorganisiert sein, es soll keiner als Zwischenhändler auftreten und es soll auch keiner die Hand aufhalten. Es soll mehr Community- als Kleinanzeigencharakter haben, weil ich mir wünsche, dass auch Raum für Kollaborationen und Diskussionen bleibt. Zum Beispiel könnte ein Zusammenschluss von Katzenblogs sicher mehr erreichen, als ein einzelner Katzenblog… aber wie will man sich bisher zusammenschliessen?

Die Zielgruppe sind auf Seiten der Publisher kleine bis mittelgroße Blogs…die KMUs der Blogosphäre sozusagen. Als Zielgruppe im Lager der Werbenden sehe ich ebenfalls die KMUs. Kleine Agenturen und Werber, die mit kleinem Budget auf Blogs setzen möchten. Denkbar sind sowohl Einzelbuchungen, Buchung von verpartnerten Themenblogs, als auch kleinere Kampagnen.

Fehlt nur noch die Plattform?

Ich habe eine Community bei mixxt angelegt, die den schlichten Namen “125×125″ trägt und die als Plattform für Bannershopping, Blogsponsoring und Blogvermarktung dienen soll. Es ist eine Anmeldung dafür erforderlich, die Teilnahme selbst ist kostenlos. Teilnehmen kann jeder, der gerne Bannerplätze selbst vermarkten möchte, der gerne Bannerplätze auf Blogs mieten möchte oder der sich für Diskussionen rund um dieses Thema interessiert.
Unter 125×125.de findet ihr den Blog zur Community.

Ich lade Euch ein zu einem Flug unterhalb des Radars der großen Vermarkter.

Wikipedia für Statistiken

Nicht nur Statistikfreaks werden von der neuen Seite “Statista“, die sich im obligatorischen beta-Look präsentiert, angesprochen und angezogen. Man will “Statistik für alle” anbieten und entsprechend breit gefächert und mainstreamig sind auch die Themen zu denen man fündig wird. Nach eigener Aussage: “… über eine Million kostenlose Statistiken rund um Menschen und Meinungen. Bei Statista finden Sie Themen von A wie Abenteuer bis Z wie Zucker”.

“Unser Ziel ist es, die umfassendste und aktuellste statistische Internet-Datenbank zur freien Nutzung zu etablieren”, sagt Friedrich Schwandt, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Firma Statista. (Quelle: stern.de)

Was die Quellen angeht, so verwurstet Statista nicht etwa die Ergebnisse zweifelhafter oder unseriöser Anbieter, sondern bekommt seine Daten von wohlbekannten Institutionen. Gelistet werden z.B. Statistisches Bundesamt (Destatis), Institut für Demoskopie Allensbach, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, GESIS (Gesellschaft Sozialwissenschaftlicher Infrastruktureinrichtungen e.V.).

Backlink für Webmaster und Blogger

Vor allem für Webmaster und Blogger bietet die Seite einen besonderen Mehrwert, denn die Aussage “zur freien Nutzng” ist durchaus ernst gemeint. Ähnlich wie bei YouTube findet man neben vielen Statistiken einen vorgefertigten Codeschnipsel zum Einbinden auf der eigenen Webseite. Dies gilt ausdrücklich auch für kommerzielle Projekte. Statista setzt aber noch einen drauf und bietet sogar an einen Gegenlink zu setzen, um die eigenen Nutzer auf weiterführende Informationen zu bestimmten Themen hinzuweisen.

Um zu demonstrieren wie das Einbinden von Satistiken aussieht habe ich mir eine Umfrage zum Thema Nutzung von Blogs ausgesucht. Die Umfrage fand von Januar bis August 2007 statt und gibt ein mehr als ernüchterndes Ergebnis zurück. Ernüchternd zumindest für eine Blog-Aficionada wie mich.

Andererseits könnte man auch frech ein paar positive Dinge ableiten. Ausgehend von rund 80 Millionen Deutschen sind 3% immerhin 2,4 Millionen regelmäßige Blogleser plus 6,4 Millionen (8%), die zumindest ab und zu Blogs lesen. Über 8 Millionen potenzielle Leser finde ich schon ganz ordentlich, wobei es mich dann direkt wieder ernüchtert zu sehen, wie wenige hier bei mir landen. ;-)

Visualisierung: Trust Flow oder auch Page Rank Sculpting

Der Seonaut hat nicht nur einen lesenswerten Artikel zum Thema Trust Flow oder auch Page Rank Sculpting geschrieben, er hat auch seinen letzten Podcast auf radio4SEO dem Thema Trust Flow gewidmet.Bei allen kontroversen Standpunkten die es zu diesem Thema gibt, finde ich beides absolut lesens- bzw. hörenswert.

Mit der Visualisierung hatte Marco offenbar ein paar Schwierigkeiten und deshalb habe ich versucht diese in Form eines kleinen Filmchens nachzureichen. Es ist natürlich nur eine schematische und sehr einfach gehaltene Erklärung dessen, was mit der Steuerung des Trust Flow gemeint ist.

Die Begriffe “Trust Flow” bzw. auch “Link Juice” legen es schon nahe, dass man sich zur Visualisierung sehr gut eine Art Flüssigkeit vorstellen kann, die durch die Webseiten fließt. Ich nenne diese übergreifend “Googlesaft”.

Page Rank Sculpting bzw. Trust Flow Steuerung geht nun davon aus, dass man den Durchfluss von Googlesaft aktiv steuern kann… dass man quasi Kanalbau betreibt. Dass hierzu unter Umständen sehr viel Planung und in jedem Fall einiges an Wissen nötig ist, erklärt sich von selbst.

[youtube nexWVP75804]

Faszinierendes Interview mit Dr. Dan Ariely: vorhersagbar irrational

Sein Buch, das sich offenbar weltweit wie geschnitten Brot verkauft, heißt “Predictably Irrational“. Sein Name ist Dr. Dan Ariely. Er ist ein “behavioral economist” und ich weiß nicht, ob es im Deutschen dafür überhaupt eine halbwegs elegante Bezeichnung gibt. Er ist ein Wirtschaftswissenschaftler auf dem Gebiet der Verhaltensforschung … oder ein Verhaltensforscher auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften. Was er uns in seinem Buch anbietet, ist ein faszinierender Blick auf menschliches Verhalten. Ein Blick der die Annahmen traditioneller Wirtschaftswissenschaftler über das menschliche Verhalten in Bezug auf Entscheidungen komplett über den Haufen wirft.

Dave Lakhani hat kürzlich ein Interview mit Ariely als Podcast veröffentlicht. Darin geht es vor allem um die Irrationalität mit der Menschen kleine und große wirtschaftliche Entscheidungen, also Kaufentscheidungen treffen. Das Interview ist so rasend interessant, dass ich gerade meinen Nachmittag damit verbummelt habe. Da es natürlich auf Englisch ist und weil es um relativ komplexe Zusammenhänge geht, ist es leider nur mit recht guten Englischkenntnissen zu verstehen. Für jeden der sich mit Kaufentscheidungen und womöglich deren Beeinflussung beschäftigt, ist das Interview aber Gold wert… ein “must”.

Die Webseite von Dr. Ariely ist – auf den ersten Blick – etwas leichter verdaulich, aber ebenfalls ein Goldgrube. :-)

via jackhumphrey.com