Monats-Archive: April 2008

Nachgefragt: Interview mit mixxt, six groups und tribax

Mein Versuch die Unterschiede der deutschen Social-Networkbaukästen herauszuarbeiten hat letztlich (für mich) zu mehr Fragen als Antworten geführt. Über Zukunftspläne aber auch z.B. Ideen zur Monetarisierung habe ich im Netz noch wenig bis nichts gefunden. Und da in meinem Artikel mixxt auch noch gänzlich unerwähnt geblieben ist (bis auf die Kommentare), habe ich die Initiative ergriffen und die 3 Macher der deutschen Selbstbau-Communities mixxt, six groups und tribax zur Beantwortung von 5 Fragen gebeten.

Oliver Ueberholz (mixxt), Bahne Carstensen (six groups) und Christian Fenner (tribax) waren so freundlich mir meine Fragen zu beantworten und ich hoffe mit diesem Interview etwas mehr Licht ins Halbdunkel der Communitybaukästen zu bringen.

Here you go:

Das Konzept des Social Network Baukastens ist sehr abstrakt. Aus meiner Sicht kann man das zur Zeit nur solchen Leuten in 3 Sätzen erklären, die ohnehin ausgesprochen webaffin und technikverliebt sind. Wie sehen Deine/Eure Pläne aus auch die breitere Masse im Web und vor allem die Offlinewelt anzusprechen. Soll da nur die Zeit (in der sich das Prinzip durchsetzt) das Verständnis bringen?

Oliver Ueberholz (OU): Nicht nur. Die Zeit arbeitet im Gegensatz zu den meisten Communities und Social Networks für uns, aber dennoch muss der Nutzen von Social Network Baukästen erklärt werden. Wir setzen dabei auf gute Referenznetzwerke, die als Beispiel und Multiplikator dienen. Da finden sich bei uns bereits zahlreiche Netzwerke, wie z.B. die meisten Barcamps, Themecamps (Educamp, Typo3Camp usw.), das Startupweekend, Excellent oder auch das offizielle Netzwerk zur re:publica08. Damit wird es einfacher, aber das Basistraining der drei Sätze wird auch täglich verfeinert ;)

Bahne Carstensen (BC): Die Zeit spielt natürlich für uns. Schon jetzt besuchen mehr als 45% der deutschen Internetnutzer Social Networks. Damit werden die Vorteile dieser Kommunikationsform mehr und mehr Menschen bekannt. Dass es sich lohnen kann, eine eigene Community mit den Funktionsweisen von Social Networks für seine eigenen Zwecke zu starten, ist in der Tat noch ein etwas weiterer Weg. Wir hoffen aber nicht alleine auf die Zeit, sondern bringen in Kürze die six groups Communities da hin, wo sich ein großer Teil der Internet-Surfer bereits heute tummelt. Nämlich auf den unterschiedlichsten Websites.

Christian Fenner (CF): Das sehe ich genauso: Es ist nicht leicht, eine Community zu erklären. Ich glaube nicht, dass es Sinn macht, Netzwerken ohne grundsätzlichen Bezug zum Thema versuchen zu überzeugen. Jeder, der eine Community gründen will, sollte bereits in einer anderen Community Mitglied gewesen sein.

Welche Use-Cases, welche Anwendungsfälle oder -szenarien kann man zur Zeit schon mit Deinen/Euren Baukästen umsetzen und welche Pläne gibt es für die nahe Zukunft?


OU:
Wir spezialisieren uns derzeit auf Use-Cases mit einem organisatorischen Schwerpunkt. Dies spiegeln auch unsere Netzwerke wider. Von Vereinen über themenspezifische Netzwerke bis hin zu Veranstaltungen findet man bei uns jegliche Interpretationen einer Community, die nicht schwerpunktmäßig auf Multimedia, also Bild, Ton & Video setzt. Aber auch
hier entwickeln wir gerade weitreichende Multimediafunktionen, die recht bald online sein werden. Damit werden Multimedia-intensive und z.B. Party bezogene Netzwerke erst wirklich möglich. Wie man also so schön sagt: Da steckt noch eine Menge in der “Pipeline”.

BC: Der Fokus liegt bei uns auf dem offenen und vor allem multimedialen Austausch. Wir bieten in den Communities an, Videos von allen relevanten Videoplattformen einzubinden, Fotos hochzuladen, im Forum zu diskutieren und (Unter-)Gruppen zu bilden. Beispiele für erfolgreiche Communities auf unserer Plattform sind: Berufsgruppen (SEO), Sportler (Sailr.de, Outdoor-Community), Fans (DSDS, FC St. Pauli), Diskotheken (PC69), Politische Communities (Yes, we can change), Alumni-Vereine, Schulklassen…

CF: Auf http://www.tribax.com/ideal-for/ sind unsere Zielgruppen genauer beschrieben. Uns sind nicht nur grössere Communities wichtig, sondern die Möglichkeit für den einzelnen, sich in unterschiedlichen sozialen Zusammenhängen individuell zu präsentieren. Daher haben wir geschlossene Communities, z.B. für Familien oder Ortsgruppen, in die halt nur wenige Mitglieder sollen, die sich aber viel austauschen wollen. In jeder Community kann ein individuelles Profil angelegt werden – das kann von einem Community-Hopper als Nachteil angesehen werden, allerdings ist das genau, was eine Meta-Community von einer normalen mit vielen Gruppen unterscheidet.

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WordPress Plugin Tipp: Wartungsmodus einschalten und in Ruhe updaten

Da ich eigentlich aus dem Joomla!-Lager komme, bin ich es gewohnt, dass man bei Updates, Installationen oder Code-Fummeleien einfach in den Wartungsmodus umschalten kann… so dass den Lesern eine statische Infoseite angezeigt wird und man selbst derweil im Hintergrund ohne Zeitdruck seine Arbeiten erledigen kann. Das ist eine Funktion, die mir in Wordpress sehr gefehlt hat.

Naja, ich muss zugeben, dass ich die bisherigen Updates recht bedenkenlos trotzdem drüber gebügelt habe… aber meine Leserzahlen steigen inzwischen merklich und die Zeitfenster in denen gar nix los ist, verlagern sich zunehmend in Nachtstunden zu denen selbst ich nicht mehr vorm PC sitze.

Das Wordpress Maintenance Mode Plugin löst genau dieses Problem.

Während man als Admin weiterhin auf Back- und Frontend Zugriff hat, wird dem Besucher eine frei einstellbare Splashpage angezeigt.


Rank Checker: erstes Update

Der von Aaron Wall kürzlich veröffentlichte Ranking Checker für Firefox hat soeben sein erstes Update erfahren. Man bekommt es bequem über ein Plugin-Update innerhalb von Firefox.

Unter anderem folgende Änderungen gibt es zu bestaunen:

  • internationale Sonderzeichen werden nun unterstützt
  • Status Icon hinzugefügt (Rechtsklick zeigt das Menü an)
  • Linuxprobleme gefixt
  • die Spalten lassen sich nun verschieben

wpSEO wird kostenpflichtig aber: Preis für kleine Blogger gesenkt

Der Alte Falter hat es zuerst bemerkt: das Wordpress-Plugin wpSEO von Sergej Müller ist lizenzpflichtig geworden.

Ich setze das Plugin schon seit geraumer Zeit auf meinem Blog ein und bin überaus zufrieden damit. Aber ab sofort ist es in der Tat so, dass ein kommerzieller Einsatz des Tools (auf einem Blog der Geld verdient) kostenpflichtig wird.

Die Grenzlinie zwischen kommerziell und nicht-kommerziell ist laut Sergej dort zu ziehen, wo Werbung eingesetzt wird. Sobald ein Blog selbst Geld verdient (egal in welcher Höhe, weil nicht überprüfbar) werden Lizenzgebühren fällig.

wpSEO ist ein professionelles und starkes Tool und deshalb finde ich die Entscheidung Lizenzgebühren zu erheben grundsätzlich legitim und verständlich.

Die ursprünglich geplante Lizenzensierung von wpSEO sah vor, dass man einmal pauschal 49,99 Euro bezahlt und danach das Tool für alle Zeiten und auf so vielen Blogs wie gewünscht einsetzten darf.

Mindestens suboptimal fand ich, dass es nur diese “Einer-für-Alle-Lizenz” geben sollte und nicht unterschieden werden sollte zwischen Großverdienern (mit 100 Blogs und hohen Einnahmen) und Groschenverdienern (mit Einzelblog und 3 Euro Adsenseeinnahmen im Monat).

Wenn man ein Jahr braucht, um mit seinem Adsense-Spielkram die Kosten wieder rein zu holen, dann macht ein 50-Euro-Tool wenig Spaß und steht auch nicht wirklich im Verhältnis. Ich hätte es fair gefunden die 1-Blog-Lizenz günstiger anzubieten… vergleichbar mit Wordpress Themes, wo es oft eine Premium-Version und eine Entwickler-Lizenz zu gestaffelten Preisen gibt.

Ich hab mein Ansinnen Sergej Müller kurzerhand vorgetragen und siehe da, er ist nicht nur ein guter Programmierer, sondern auch ein besonnener und ausgesprochen netter Zeitgenosse. Er hat zugestimmt den Preis zu senken.

Die Lizenz für einen einzelnen Blog kostet ab sofort nur noch 19,99 Euro.
Erst ab >2 Blogs fallen dann pauschal 49,99 Euro an.
Es handelt sich bei den Beträgen übrigens um Einmalgebühren… eine lebenslange Lizenz also.

Ich denke mal, dass 20 Euro für den Ein-Blog-Blogger ausgesprochen fair und für jeden schmerzfrei tragbar sind.
Ich zumindest werde das Plugin blind kaufen, weil es aus meiner Sicht einfach das beste ist. Es funktioniert praktisch “out of the box” und es macht es mir als Blogschreiberin sehr bequem. Der Funktionsumfang ist sowieso ohne Gleichen.
Kann mal jemand laut “Praise” rufen? ;-)

Blogvermarktung und Monetarisierung: any news?

Das für mich aufregendste und zugleich enttäuschendste Live-Stream-Panel von der re:publica lief unter dem Titel “Geld verdienen mit Blogs”. Aufregend, weil ich mir durchaus einige Tipps und Insights erhofft hatte und enttäuschend weil diese schlicht und ergreifend ausblieben.

Auf dem Podium vertreten waren Don Dahlmann, Robert Basic, Sascha Lobo und Remo Uherek (von Trigami).

Über die Auswahl der Podiumsteilnehmer lässt sich trefflich streiten. Meiner Meinung nach waren die ausgewählten Herren nicht wirklich die Richtigen. Zumindest nicht um über die Dinge zu erzählen, die für eher kleine und (noch) unbekannte Bloglichter interessant wären.

Don Dahlmann interessiert sich nicht wirklich für die direkte Monetarisierung seines Blogs, er nutzt den Blog aus Marketinggesichtspunkten und um auf indirektem Weg Aufträge zu generieren.

Robert Basic – als Deutschlands Alpha-(Blogger-)Männchen schlechthin – ist in der beneidenswerten Situation, dass geneigte Werbekunden auf ihn zukommen und er sich nicht wirklich bemühen muss seine gut bezahlten Werbeplätze zu füllen.

Sascha Lobo ist als Vertreter von Adical aufgetreten. Da Adical momentan aber eher noch untot dahin dümpelt und ohnehin nur 32 Blogs vertritt, ist es als Ansatz für monetarisierungswillige Normalblogger auch nicht wirklich zielführend

Schliesslich Remo Uhrek als Vertreter von Trigami… er hat selbstredend Paid Reviews als Monetarisierungsmöglichkeit promotet und zeigte damit als einziger einen (wenn auch nicht neuen) Weg für Normalsterbliche auf.

Wenn ich also kritisch in diese Podiumsrunde schaue, dann hätte mir eigentlich schon vorher klar sein können, dass hier nicht mit der Vorstellung von innovativen Vermarktungsformen zu rechnen ist. Heiko Seifert hat die Abrechnung mit dem Podium in seinem Blog noch sehr viel schärfer und unversöhnlicher formuliert.

Aus meiner Sicht war die Veranstaltung einmal mehr eine
Feststellung des Status Quo
:

  • wenn man schon groß und bekannt ist, läuft die Vermarktung von alleine
  • wenn man ohnehin keine reelle Chance hat seinen Blog zu versilbern, behauptet man am besten, dass man es sowie nicht möchte oder nie wollte. Mit der Zeit hat man vielleicht die Chance auf indirektem Weg gebucht zu werden (wofür auch immer).
  • AdSense bringt nur Peanuts
  • Affiliate-Links bringen nicht mal Peanuts
  • Trigami ist eine Option (bei der mit unkalkulierbaren Reaktionen von Google und der eigenen Leserschaft gerechnet werden muss)
  • die selbständige Vermarktung von Werbeflächen ist mindestens mühsam, auf jeden Fall anstrengend und vielfach unmöglich aber am Ende einträglich
  • die Abrechnung in TKP-Modellen wäre schrecklich wünschenswert… aber es gibt dafür keine erreichbaren Anbieter
  • Reichweiten festzustellen und auch noch zu kommunizieren ist das größte Problem

So what’s new?

Neu scheint nur die Ankündigung von Sascha Lobo, das Adical in naher Zukunft wieder Leben eingehaucht werden soll und die fast ätherische Aussicht auf eine Öffnung für weitere Blogs.

Neu ist auch die Gründung der “Arbeitsgemeinschaft Social Media”. Auf Initiative von Benedikt Köhler haben sich eine Reihe Menschen zu einem Projekt zusammen gefunden mit dem Ziel die Blogosphäre wissenschaftlich zu erforschen und zu vermessen und ihre politische und gesellschaftliche Relevanz festzustellen. Genaueres findet man in einem Interview von Benedikt Köhler bei medienlese und sehr bald auf der Projektseite.

Die Gründung der AG und ihre Forschungspläne sind für mich nicht nur bottom line sondern auch die besten Nachrichten, die aus dem Thema momentan zu ziehen sind, weil ich denke, dass damit an einer Basis gearbeitet wird auf der man eine sinnvolle Blogvermarktung in der Zukunft aufbauen kann. Sehr longtailig… aber immerhin eine Aussicht. ;-)

Wer gute Zusammenfassungen der Veranstaltung lesen möchte, den empfehle ich zu medienlese und zum Pottblog.