Das Killer-Schlagwort ist “content is king” und unbestritten hängt der Erfolg oder Misserfolg von Blogs massgeblich von den angebotenen Inhalten ab. Inhalte können langweilig oder spannend sein, ausgelutscht oder neu…wie auch immer, sie sind direkt an den Leser gerichtet und damit das zentrale Mittel der Ansprache. Wer sich mit Inhalten keine Mühe gibt, kann es komplett und a priori vergessen eine geneigte Leserschaft aufzubauen.
Aber was, wenn die Beachtung fehlt?
Ohne Attention, ohne Beachtung und Aufmerksamkeit versickern auch die spannensten Themen, die brilliantesten Gedanken unbemerkt im Datenstrom. Dieses Schicksal betrifft gar nicht mal nur solche Neulinge wie mich. Es scheint in der Regel so zu sein, dass die Größe der Leserschaft auch den Attention-Rank bestimmt… und sehr oft heisst es da “the winner takes it all”.
Der Amerikaner nennt diese Situation einen “catch 22″, hierzulande ist es “eine Katze die sich in den Schwanz beisst…”. Ohne spannende Themen, ohne compelling content keine Aufmerksamkeit … ohne Aufmerksamkeit keine Leser.
Wenn man als gegeben ansieht, dass die Zeit eines jeden Bloggers begrenzt ist… wie könnte nun eine Strategie aussehen?
Sollte man sich auf den Content konzentrieren und darauf warten, dass die Beachtung sich von alleine entwickelt? Welche Kompromisse sollte man eingehen, um Aufmerksamkeit zu erzeugen? Muss man Kompromisse eingehen? Oder sollte man sich ganz auf die Beachtung konzentrieren und dafür am Content ein paar Abstriche machen? Fasst man beides mit compelling content zusammen? Also Inhalten an denen keiner vorbei kommt?
Je nachdem in welchem Bereich, in welcher Branche oder Szene ein Blog angesiedelt ist, führen wahrscheinlich andere Strategien zu dem Ziel Beachtung zu finden.
Als Blogneuling mit kleiner Leserbasis nutzt es meiner Meinung nach überhaupt nichts, wenn man sich an die “breaking news” der Szene anhängt. Der 23. inhaltsgleiche Blogeintrag – zumal von einem kleinen Licht in der Blogosphere – wird ohne Beachtung ins Blognirwana verschwinden.
Ich nehme an, dass ein Blog mit sehr engem, speziellen Themenspektrum mit breaking news eine gewisse Chance hat. Nischen in denen es eben noch nicht viel Konkurrenz gibt sind in sofern recht verlockend. Allerdings will die potentielle Leserschaft in solchen Bereichen auch erst erschlossen werden und es hängt auch immer einiges davon ab wie webaffin diese Leserschaft überhaupt ist.
Meine bisherige Erfahrung – mit einem jungen Blog und einem Attention-Rank close to zero – sieht so aus, dass es kaum Sinn macht die großen Schlagzeilen zu beackern. Es macht kaum Sinn Artikel zu schreiben, die zeitkritisch sind… sprich Blogbeiträge mit virtuellem Verfallsdatum, die in wenigen Tagen uninteressant werden. Zeitkritische Artikel sind wie ein Roullettespiel… es kann gut gehen und man zieht einige Leser an und erreicht auch das ein oder andere Trackback oder es geht daneben und man wirkt damit eher wie der 143. Trittbrettfahrer.
Mit einer Nachricht der Erste zu sein ist gar nicht mal entscheidend. Wem die Aufmerksamkeit von aussen fehlt, der wird von jedem Blogeintrag von aufmerksamkeitsstärkeren Blogs überflügelt… wenn es sein muss auch noch Tage später.
Ich glaube Aufmerksamkeit ist die Webwährung schlechthin.
Ich persönlich konzentriere mich meist auf Randthemen und Longtail-Geschichten, also Themen die nicht unbedingt für massenhaft Jiggs, SEOiggs etc. sorgen und versuche wirklichen unique content (einzigartige Inhalte) zu liefern. Dazwischen versuche ich Themen einzustreuen, mit denen ich auch bei Yigg oder SEOigg eine Chance habe oder eben Themen an denen ich nicht vorbei komme, weil ich sie nett, witzig, absurd oder kurios finde.
Da es für die Erlangung von Aufmerksamkeit leider keine Regeln gibt die man nur einhalten muss und die dann zum gewünschten Ergebnis führen, bleibt alles ein Experiment.
Meine bisherige Erfahrung zeigt, dass es die Longtail-Stories sind, die nachhaltig für Traffic sorgen… und das sind fast immer diejenigen, die bei Yigg vollkommen daneben gegangen sind. Dieses Ergebnis muss nicht für jeden Blog zutreffen, aber hier sieht es momantan so aus. Ich werde also meine Mischkalkulation weiter testen und meinen persönlichen Inhaltemix weiter verfeinern.
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Hallo Ute.
was Du hier beschriebst fällt unter das Stichwort Aufmerksamkeitsökonomie. Die Theorie geistert schon einige Zeit durch so manche Köpfe und kann in unseren multimedialen Zeiten und DSDS (Deutschland Sucht Die Superaufmerksamkeit) und Co. nicht mehr geleugnet werden. Schau mal unter http://www.heise.de/tp/r4/artikel/6/6195/1.html,
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Gruß,
Frank