Ich hatte bereits vergangenen September über die Social Network Baukästen berichtet und jetzt wird es mal Zeit für ein Update.

Auf Techcrunch sind kürzlich neue Erfolgsmeldungen von Ning aufgeschlagen. Die Meldung startet mit “Ning certainly continues to rock and roll…” und das sagt schon fast alles. Ning gilt als DER amerkiansche Netzwerkbaukasten und konnte sich gegen den offenbar ins Nirwana abgerutschten Mitbewerber Flux nicht nur behaupten, sondern wohl auch durchsetzen.

Ning beheimatet zur Zeit über 200.000 Communities (vgl. im September 2007 waren 100.000 vermeldet worden) und kann täglich weitere 1000 hinzuaddieren. Wenn das nicht Rock’n Roll ist. :-)
Das Besucheraufkommen ist entsprechend ordentlich… Comscore meldet 3,1 Millionen uniques im Februar, die rund 71 Millionen page views generiert haben. Teilt man nun die page views durch die Besucher oder die uniques durch die Anzahl Communities, sind die Zahlen gleich nicht mehr so berückend… allerdings darf man wahrscheinlich nicht wirklich so rechnen. Das Gefälle zwischen populären Communities und neuen Gruppen bzw. Rohrkrepierern dürfte relativ hoch sein.

Diesen Monat gab es auf Ning ein umfangreicheres Facelifting in Form eines optischen Redesign und neuer Funktionen.

Bei einer solch steilen Erfolgsgeschichte traut man Ning mittlerweile auch zu ein echtes Business zu sein. Verdient wird einerseits an Werbung und zusätzlich durch den Verkauf von Premiumfunktionen. Allerdings muss man auch die umfangreiche Kapitalausstattung berücksichtigen, die sowohl Marketing als auch die Implementierung neuer Features bequem möglich macht.

Als deutschsprachige Community-Baukästen treten Tribax und six groups an.

Über cre8unity hatte ich bereits im September berichtet. Damals war die public beta nach mehreren Verschiebungen terminlos für September angekündigt. Getan hatte sich dann sehr lange Zeit nichts und ich konnte auch keine Infos mehr finden. Selbst der Blog von Christian Fenner ist vollkommen verwaist… der letzte Eintrag dort war von Anfang Oktober und Anfang März kam erst ein neuer Beitrag. Letztendlich online gegeangen ist cre8unity dann umbenannt in Tribax Anfang März 08. Den Pressemitteilungen von vor zwei Tagen zufolge zählt man dort bereits 200 Communities und rund 1.500 Mitgliedern.

Der Mitbewerber six groups von dem ich im September erst aus den Kommentaren erfahren hatte, war damals schon eine Woche online. Zwar klebt dort auch heute noch ein Beta-Label in der rechten oberen Ecke, aber vielleicht gehört das auch zum guten Ton im Web 2.0. Wie auch immer… six groups ist im Vergleich zu Tribax sehr transparent und man kann die Anzahl der Gruppen und der Mitglieder einfach zählen. Six groups hat (nach meiner Zählung heute) etwas über 600 Communities und bewegt sich auf 2.500 Mitglieder zu.

Die Konzepte der beiden Anbieter scheinen slightly different zu sein.

Tribax bietet neben den kostenlosen Basic-Communities auch kostenpflichtige Premium- und White-Label-Communities an. Mit dem Premiumangebot könen beispielsweise Firmen gebrandete Gruppen unter ihrem Firmenlabel anbieten. Die White-Label Angebote sind völlig losgelöst vom Anbieter Tribax und eignen sich sogar für Firmen-Intranets. Der Fokus scheint bei Tribax sehr auf Firmenlösungen bzw. Firmen als Zielgruppe zu liegen.
Andererseits ist es bereits in der kostenlosen Basisversion möglich neben den öffentlichen Gruppen auch geschlossene bzw. private Communities anzulegen. Diese kann nur betrachten und betreten, wer dazu eingeladen wurde. Aus meiner Sicht ist das eine grundlegende und wichtige Funktion um auch z.B. Vereine oder andere, kleinere Gruppen aus der Offlinewelt mit einer einfachen Kommunikationsplattform anzusprechen.

Six groups hat zur Zeit (und soweit ich sehe) keine geschlossenen Gruppen im Angebot. Dafür ist auch die ganze Plattform transparent… wie gesagt kann man den bisherigen Erfolg einfach nachzählen. Bezeichnenderweise ist die aktivste Gruppe auf six groups die SEO Community mit derzeit 453 Mitgliedern danach folgt mit 238 Teilnehmern eine Segelgruppe. Die vielen SEOs und Blogger haben mit ihrem Engagement auf six groups auch eine Menge Buzz erzeugt, was sicher zu der Mitgliederentwicklung beigetragen hat. Wenn man die Anzahl der Erwähnungen von Tribax und six groups im letzten Monat bei Google vergleicht, dann wird klar wo es das hochgradig webaffine Publikum bisher hingezogen hat.

Ob sich mit diesen Konzepten auf Dauer Geld verdienen lässt muss wohl erst noch bewiesen werden. Beide deutschen Anbieter werden sicher noch nachlegen müssen. Tribax ist momentan zu unsichtbar, six groups sollte meiner Meinung nach noch ein paar features nachlegen. Dass der Markt für derartige Angebote in Deutschland sehr viel begrenzter ist als in den USA muss wohl nicht in Frage gestellt werden. Trotzdem sehe ich auf Dauer sehr viel Potential darin. Die deutschen Angebote sind noch seeeehr jung und Ning hat immerhin 3 Jahre gebraucht bis es explodiert ist.