Der Backlink aus der realen Welt: 2D Codes in Deutschland

qrcode

Die ursprünglich aus Japan stammenden 2D Codes bringen quasi die zweite Dimension in die gemeinen Barcodes oder Strichcodes wie wir sie heute von jeder Lebensmittelverpackung kennen. Aber anstatt maximal 12 Ziffern zu erfassen, können in einem 2D Code bis zu 3000 Byte untergebracht werden. Allein die erheblich größere Informationsmenge, die codiert werden kann, macht schon deutlich welche Möglichkeiten diese Technik im Vergleich zum normalen Barcode bietet.

Welche Angebote tatsächlich in der Praxis ankommen können, müssen wir uns zur Zeit noch weitgehend im Ausland anschauen. In Japan haben die 2D Codes bereits Einzug in den Alltag gehalten. In Asien finden sich die Codes auf Getränkedosen, Plakaten, in Printmedien und sogar auf McDonalds-Verpackungen (die hoffentlich nicht zu den Printmedien zählen). Allerdings lassen sie sich ohne geeignetes Handy und ohne Anbindung an das Internet nicht wirklich nutzen. Und hier liegt wohl auch der Grund für die sehr zögerliche Verbreitung hierzulande. Mit mehr internetfähigen Handys und mit günstigeren Tarifen zur mobilen Nutzung des Internets wird sich daran mit Sicherheit in Zukunft etwas ändern.

Pioniere in Deutschland

Einige Early Adopter im Alltagseinsatz oder Alltagsangebot von 2D Codes gibt es aber auch in Deutschland. Soweit ich sehen kann werden bisher nur QR-Codes (quick response code) eingesetzt. Hierbei handelt es sich quasi um eine Unterart (Codierungsform) der 2D Codes.

zweinull.cc
berichtete bereits vergangenes Jahr darüber dass die Welt Kompakt QR Codes in ihrer Printausgabe einsetzt.

Die Chip hat ebenfalls neuerdings 2D Codes im Angebot. So werden die Hardwarebestenlisten im Heft nun mit QR Codes versehen, sodass man sich z.B. die Liste der Top-Notebooks auf dem Handy mit zum Händler nehmen kann.

Von einem etwas beherzteren Projekt, einem Streetart-Dialogprojekt aus Hamburg, konnte man letztes Jahr bei a better tomorrow lesen.

Ein weiteres beherztes Projekt findet sich mit Tag City in Frankfurt, wo es möglich ist per QR-Code die Stadt zu erkunden.

Ende Februar habe ich von einer schweizer Band gelesen, die QR Codes auf ihren Albumcovern einsetzt. Die ist wenigstens im deutschsprachigen Raum anzusiedeln.

Wenn man sich diese zaghaften ersten Anwendungsbeispiele anschaut, dann bin ich nicht wirklich sicher, ob man hierzulande (besonders im Marketing) die Möglichkeiten dieser Technik schon verstanden hat. Der Einsatz von QR-Codes (der auch als mobiles Tagging bezeichnet wird), bietet erstmals die Chance Gegenstände in der realen Welt mit Webinhalten direkt zu verknüpfen… was auch als „Physical World Connection” bezeichnet wird. Es ist also möglich einen direkt nutzbaren Backlink z.B. auf Printprodukten zu platzieren.

Wenn ich zu den denkbaren Einsatzgebieten meine Fantasie streuen lasse, muss ich ehrlich gesagt aufpassen, dass ich nicht den Rest des Tages in einem Ideen-Flash hängen bleibe. ;-)

Weiterführende Infos

Wer sich weitergehende Informationen zum Thema 2D Codes wünscht, dem empfehle ich folgende Seiten:
Beim elektrischen Reporter gibt es ein sehr erhellendes Video-Interview mit Kaywa-Geschäftsführer Roger Fischer über die Möglichkeiten von QR-Code.
Bei zweinull.cc gab es bereits vergangenen Juli einen lesenswerten Artikel zum Thema, der auch ein interessantes Whitepaper der Firma Pixelpark verlinkt.

QR-Software für Handy und PC

Wer lieber gleich testen möchte, der muss zunächst schauen, ob sein Handy geeignet ist und kann sich dann nach einer entsprechenden Reader-Software umschauen. Hier gibt es beispielsweise den QR-Reader von Quickmark. Auf deren Seite unter der Rubrik Downloads sind praktischerweise auch alle Handymodelle genannt und abgebildet, für die es den Reader bereits gibt. Ebenfalls empfehlenswert ist der KAYWA Reader… auch hier gibt es Informationen zu den unterstützten Modellen.

Von Haus aus mit QR-Reader ausgestattet sind AFAIK nur die Nokia Modelle N82, N93, N95 und E90.

Eine Software zum Auslesen von 2D-Codes für den PC gibt es hier.

QR Codes selber machen

Auf den Seiten von Kaywa gibt es einen praktischen Code-Generator. Hier kann man sich URLs, Text, Telefonnummern und SMSe kodieren lassen. Hiermit habe ich auch den QR-Code mit dem Link auf missfitsbiz.de generieren lassen (siehe oben).

Update:

Roger machte mich gerade auf sein 2d-Code Webmagazin aufmerksam. Die britische Seite dreht sich ausschließlich um Technik, News und Sichtungen von 2D- und QR-Codes “im Westen” und dabei mit besonderem Fokus auf Europa.

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