Monats-Archive: November 2007

Weil Mädchen nicht löten können…

Ich will ja schon länger mal mit einem (oder auch mehreren?) Podcast(s) experimentieren… habe aber bisher nur das obligatorische Headset mit Mikrofon. Dieses reicht zwar für YouTube und Skype… aber ansonsten ist es eher von minderer Qualität. Also mache ich mir seit einiger Zeit Gedanken über ein geeignetes Podcasting Mikrofon.

Von einem Bekannten habe ich ein paar alte Mikrofone geschenkt bekommen. Alt, weil sie – glaube ich – so 1982 “modern” waren. Dafür aber sollen die Dinger echt von überragender Qualität sein und ganz prima geeignet für Sprachaufzeichnungen. Es handelt sich um das Modell MD 430 von Sennheiser. Sennheiser ist ja mal immerhin ein klangvoller Name in der Musikbranche… da bin ich auch bereit mich von der Optik des Mikrofons ablenken zu lassen… die ist nämlich eine ziemliche Beleidigung für’s Auge… aber wenn es ja so eine überragende Qualität hat… mal schauen…bzw. hören.

Die Originalverpackung des Mikrofons gibt nicht besonders viel her. Da steht nur “Musik – Reporter – Amatuer – Studio” und neben der Modellbezeichnung sind noch die Bezeichnungen “Kommando-Mikrofon” und “Anti Feedback Microphone” zu finden. Mein Bekannter – selbst seit 100 Jahren Musiker – ist völlig begeistert von der Qualität und ich denke, dass sowas hochwertiges für meine Podcast-Experimente genau richtig sein könnte.

Nun aber das Problem, dass die Mikrofone zwar Kabel haben, aber keinen Stecker. Das ist besonders gut, sagt mein Bekannter, weil man sich genau das dranlöten kann, was man braucht.

Okay… aber ich kann nicht löten.

Ich weiss es kann nicht schwer sein… ich hab sogar ein kleines Lötset von einem Billig-Discounter hier liegen… aber ich bin ein Mädchen. Niemand bringt nem Mädchen das Löten bei. Was bei Jungs – jedenfalls bei den leicht verfreakten – ein völlig natürlicher Bestandteil des Erwachsenwerdens zu sein scheint, geht an den Frauen komplett vorbei. Und wie hätte ein Kerl jemals ahnen können, dass er mit dem Ansinnen mir das Löten beizubringen, in meiner Gunst gestiegen wäre… wo doch die Mehrheit meiner Geschlechtsgenossinnen eher ein “weiche von mir Saten” zischen, wenn das Thema aufkommt.

Wie auch immer… ich kann jedenfalls noch immer nicht löten.

Leider kam jetzt – in Bezug auf das olle Mikro – noch hinzu, dass ich von der Verkabelung von Mikrofonen, Klinkensteckern, etc. so viel Ahnung habe wie ne Kuh vom Häkeln. Gut, der Kram ist im Netz einigermassen gut dokumentiert und für Leute wie mich, die ich nicht mal einen Schaltplan lesen kann, gibt es auch durchaus Bilderbuch-Anleitungen.

Ich hab das also versucht mit dem Löten.

Das Ergebnis war beschämend und auch sooo frustrierend, dass ich mich entschlossen habe ein Mikro zu nem Fachmann zu geben und den Klinkenstecker löten zu lassen. Ein lokaler Händler für HiFi-Equipment war geneigt mir zu helfen und hat für schlappe 8,- Euro zum Lötkolben gegriffen. Keine Chance zuzusehen und was zu lernen, was glaubt Ihr denn. :-)

Nun ja… ich dachte ein Beispiel zum Aufschauben und nachsehen wird reichen… aber ich hab ehrlich gesagt noch nicht wieder zum Lötkolben gegriffen. Wenn ich mir die saubere Arbeit des Fachmannes so betrachte, dann steigt mir die Schamesröte ins Gesicht. Bin ich froh, dass ich mein Werk keinem gezeigt habe.

Ein Mikrofon ist ja nun fertig…

also hab ich das Ding natürlich umgehend an die Soundkarte geklemmt und getestet… war ja ungemein spannend bezüglich der versprochenen, überragenden Qualität. Da kam dann zielgenau die nächste Ernüchterung auf mich zu. Die Qualität lässt sich praktisch nicht feststellen, weil des Ton soooo leise bleibt, dass man kaum was hört. Da der Ton von meinem Headset laut genug ist und ich auch mit einigem Rumprobieren nichts erreicht habe, musste Google wieder herhalten. Ich bin jetzt auf die vage Idee gekommen, dass mein wunderbares Mikrofon möglicherweise eine eigene Stromversorgung brauchen könnte… sprich eine Phantomspeisung. Mischpulte haben sowas… aber ich hab kein Mischpult. Wie ätzend.

Also vorläufig keine vernünftige Lösung in Sicht – zumindest nicht ohne Geld auszugeben.

Was bleibt ist sich in den Shops umzusehen und das Recherchieren nach Reviews und Tests.
Auf der Suche nach einer Eierlegendenwollmilchsau für’s Podcasting und für Interviews habe ich mir zuerst Lösungen angeschaut, die fest am PC bzw. Schreibtisch installiert werden. Da gibt es wirklich schicke und auch erschwingliche Sachen. Aber ich hab ja auch noch die wirre Vorstellung mal unterwegs etwas aufzeichnen zu können. Also habe ich mir die Eckdaten des ZOOM H-2 angeschaut und ein wenig herumgelesen und ich denke das könnte meine Eierlegendewollmilchsau sein. Ich hab das Ding also bestellt und warte jetzt jede Minute auf sein Eintreffen. Ich werde bestimmt bald näheres darüber zu berichten haben.

Weil Mädchen nicht löten können, habe ich nun – anstatt eines einfachen Podcasting Mikrofon – einen Zoom H-2 …ist ja im Ergebnis dann doch irgendwie cool. :-)

Sollte unter den geneigten Lesern jemand sein, der nicht zu weit weg wohnt und der Lust hat mir das Löten beizubringen…? Das würde mich mit heller Freude erfüllen. Gibt es jemanden, der mit diesen Sennheiser Mikrofonen etwas anfangen kann oder etwas drüber weiß? Meldet Euch bei mir. :-)

Adventsblogstöckchen

Huch – ich hab von Stefan alias Alter Falter ein Blogstöckchen zugeworfen bekommen … cool! Freu ich mich! :-)
Der Initiator der Weihnachtsumfrage ist Christian Schmidt vom CS-Internet-Blog.

Eigentlich ist mir noch nicht wirklich weihnachtlich, aber da der alljährliche Wahnsinn normalerweise direkt nach Halloween anfängt, ist es wahrscheinlich angemessen solche Fragen bereits Anfang November zu stellen.

1. Feierst du überhaupt Weihnachten? Feierst du mit der Familie oder gehst du weg?

Das war über die Jahre immer mal anders und kommt auf meine jeweilige Lebenssituation an.
Dieses Jahr werde ich wohl meine Eltern mal wieder beehren und später mit meiner kleinen Schwester weggehen…
aber nicht in die Disco… eher in eine nette Kneipe.

2. Hast du dir schon Gedanken über Geschenke gemacht oder sogar schon welche gekauft?

So gut wie nicht. Ich schenke eigentlich nichts zu Weihnachten… aber es gibt manchmal Ausnahmen, wenn ich sowieso nach einem Anlaß für ein Geschenk suche.

3. Gibt es schon Pläne für das Weihnachtsessen?

Ruft meine Mutter an.

4. Hast du ein Weihnachtsbaum? Wann stellst du ihn auf und wann fliegt er wieder raus? Wie muss ein Weihnachtsbaum für dich aussehen?

Ich hatte noch nie einen Weihnachtsbaum und kann mir das auch nicht vorstellen. Ich würde garantiert den Abfuhrtermin verpassen und dann wäre mir wahrscheinlich danach ein Jahr lang die Entsorgung zu peinlich. Das lass ich lieber.
Für Stefans “Jahresendflüüüschelbuppe” könnte ich mich vielleicht aber schon erwärmen.

5. Wirst du in die Kirche gehen?

Definitiv nicht.

6. Glaubst du das an Weihnachten Schnee liegen wird? ;)

Who cares? …da halte ich es wie Stefan…irgendwo auf der Welt wird sicher Schnee liegen. ;-)

Okay…und jetzt darf ich das Ding weiter werfen, ne?

Ich werfe ungefragt weiter an:

Nachtrag : Weil Baynado das Stöckchen mit tollen Gewinnen erweitert hat bekommt er natürlich auch einen Link. :-)

Report: e-Commerce in Deutschland

Mir erscheint es immer recht schwierig zu Webthemen (wie SEO, SEM, SMM, e-Commerce, etc.) an Marktdaten und Statistiken aus Deutschland zu kommen. Meist sucht man sich stückchenweise durch Studien und versucht daraus dann ein größeres Bild zu stricken. Will man das Ganze dann in einen europäischen Vergleichszusammenhang stellen, wird die Quellenlage noch dünner. In manchen Fällen erhellt ein Blick ins Ausland die Situation dann doch erheblich… dann nämlich, wenn man – komprimiert auf 7 Seiten – die Ergebnisse mehrerer Studien praktisch mundgerecht geliefert bekommt.

Die “U.S. Commercial Services” bieten ein – wie ich finde – recht spannendes PDF zum Thema e-Commerce in Deutschland. Der Report beleuchtet nicht nur relativ aktuell den IST-Zustand, sondern gibt auch einen Ausblick auf die prognostizierte Entwicklung bis 2010. Da e-Commerce nicht völlig freigestellt betrachtet werden kann, ist auch so manches Randthema für mich einige Beachtung wert.

Die grundsätzlichen Feststellungen habe ich hier übersetzt:

Deutschland ist der führende e-Commerce Markt in Europa: in 2006 wurden 438,7 Milliarden Euro online umgesetzt und 779,8 Milliarden werden für 2010 prognostiziert. Mehr als 30% der 2006 in Westeuropa (EU plus Norwegen und Schweiz) online gehandelten Güter und Serviceleistungen wurden in Deutschland verkauft, was bei weitem den größten Marktanteil innerhalb der westeuropäischen Länder ausmacht.

Deutschland – als Exportnation Nr.1 weltweit – ist die stärkste Wirtschaftsmacht in der EU und die dritt stärkste weltweit. Als Nation mit der höchsten Bevölkerungsdichte schickt Deutschland auch die größte Anzahl Internet-User ins Rennen, nämlich nahezu 56 Millionen Menschen. Diese User sorgen für eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen in Westeuropa und tragen, neben Unternehmen, zu den vorhergesagten 84 Prozent Wachstum im e-Commerce Geschäftsvolumen bei.

Im Folgenden wird so mache genannte Zahl mit einer Grafik versüßt und mit einer Quellenangabe versehen. Wer mag, geht lesen. Die folgenden Sätze finde ich jedoch hier noch erwähnenswert:

“Although Germans most often learn of new products from friends, they show a comparatively stronger response to Web ads than do Americans or their own European neighbors. It must be noted, however, that the tendency is to return to advertised pages later rather than clicking directly on the ads themselves, thereby skewing estimations of their effectiveness. While traditional advertising media are standing their ground, the advertising industry is confident about the growth of online ads. They are predicted to break the 3% market share mark in 2007.”

Quick & dirty übersetzt bedeutet das: Obwohl Deutsche fast immer über Freunde von neuen Produkten erfahren, zeigen Sie einen vergleichsweise stärkeren Response (Ansprechwert, Reaktionswert) auf Web-Werbeanzeigen als Amerikaner oder ihre eignen europäischen Nachbarn. Allerdings muss angemerkt werden, dass die Tendenz dahin geht, dass die beworbenen Seiten eher später aufgesucht werden, als dass direkt auf Banner geklickt wird, was natürlich die angenommene Effektivität der Anzeigen verzerrt. Während sich traditionelle Werbeformen behaupten, ist die Werbebranche überzeugt vom Wachstum der Onlinewerbung. Gemäß der Prognosen soll der Marktanteil 2007 die 3 Prozent-Marke knacken.

Für den B2B Bereich wird festgestellt, dass nur etwa 13% der Großhändler Internetmarktplätze als Vertriebskanal nutzen, dagegen aber jede zweite Firma eine eigene Webseite betreibt über die auch vermarktet wird. Dominiert wird der Markt allerdings noch von traditionellen Vertriebswegen. Etwa 72% der Firmen unterhalten einen Außendienst, ca. 61% vermarkten ihre Produkte über Telefon- und e-Mail-Werbung.

Diese Aussagen illustrieren IMHO deutlich wie klein der Markt für Onlinewerbung in Deutschland noch ist. Obwohl im e-Commerce schon ganz erstaunliche Umsätze erzielt werden, scheinen sogar im B2B Bereich Ablehnung oder zumindest Zögerlichkeit vorzuherrschen.