Beginnt bald das große Webkatalogsterben?
Oder hat es bereits begonnen?
Einige deutsche Webkataloge (z.B. Linkheim, Retort) wurden bereits abgestraft oder gänzlich aus dem Index von Google gekickt. Im Abakus Forum wird das Thema seit dem 13.9. in bereits knapp 200 Beiträgen diskutiert.
Rand Fishkin hat gestern eine Liste von 31 amerikanischen Webverzeichnissen gepostet, die nicht mehr im Index zu finden sind bzw. nur noch mit dem vollen Domainnamen gefunden werden. In den Kommentaren zu einem Post auf Shpinn ist sogar die Rede von über 60 amerikanischen Webkatalogen auf die dies zutrifft. Gegenüber diesen Zahlen scheinen die Abstrafungen im deutschsprachigen Web noch harmlos und punktuell, aber ich denke das ist nur eine Frage der Zeit.
Sowohl bei Sphinn als auch bei seomoz ist man sich derweil relativ einig, dass es sich bei den Abstrafungen um Handarbeit handelt, d.h. manuelle Eingriffe von Google-Personal.
Die genaue Anzahl der bestraften Verzeichnisse könnte noch weitaus höher liegen. Es wird ebenfalls spekuliert, ob die Einschränkung, Beschneidung oder Entfernung der Fähigkeit Pagerank zu vererben eine weitere Bestrafungsvariante sein könnte. Da dies natürlich nicht so leicht festzustellen ist, kann es darüber auch keine Zahlen geben.
Rand listet in seinem Beitrag “12 Merkmale von offensichtlich manipulativen Verzeichnissen” deren Überschriften ich gerne quick & dirty übersetzen will:
1. Allgemein in der Ausrichtung
2. Jeder kommt rein
3. Marketing an Webmaster gerichtet
4. Es wird mit dem Linkwert (PR) und nicht dem Traffic geworben
5. Einsatz von manipulativem Linkaufbau
6. Link Stuffing und Content Stuffing um natürlich zu wirken
7. Einrichtung von “Premium” Sponsoren
8. Querverlinkung mit anderen Verzeichnissen
9. Allgemeine beliebte Links
10. Anbieten von Links
11. Mehrere Links mit Wahl des Ankertextes
12. Bannerwerbung des Kataloges auf SEO-Seiten
Wer es genauer wissen möchte, dem kann ich den oben verlinkten Artikel nur wärmstens empfehlen. Es werden auch Tipps für reformwillige Katalogbetreiber gegeben.
Ich gehe davon aus, dass Google in der Tat in naher Zukunft dem Webverzeichnis-Wildwuchs zu Leibe rücken wird und die Entwicklungen in den USA werden – früher oder später – auch das deutschsprachige Web erreichen.








This post has 2 comments
September 21st, 2007
Sicher sind Webkataloge nicht so beliebt bei Goggle. Schauen wir uns die meisten jedoch genauer an, so kann man auch ernsthaft sagen, dass man dieser Auffassung zustimmen kann.
Webkataloge werden online gestellt mit zig Kategorien, die natürlich zu Beginn leer sind und oft nicht einmal eine Kategorienbeschreibung haben. Dafür sind dann als Ersatz drei Adsense-Blöcke eingebaut. Welchen Sinn ergibt das für den Nutzer??
Andererseits hat Google diese Situation zumindest teilweise selbst mitverursacht. Wenn jedoch der Pagerank ein Auslaufmodell wird, dann wird auch bei den Webkatalogen das Sterben weitergehen.
Mehr dazu werde ich in den nächsten Tagen sicher in einem neuen Blog veröffentlichen.
Eine Randfrage: Ist das “nofollow” hier Absicht?
September 21st, 2007
Der Sinn für Nutzer ist IMHO sowieso die zentrale Frage… und viele Webkataloge sind ein mehr oder weniger gut gemachtes Konstrukt, das für menschliche Betrachter völlig sinnleer erscheint. Da gebe ich Dir recht.
Wo werde ich Deinen Post finden?
Was das nofollow betrifft: es ist in sofern Absicht, dass ich mir darüber klar bin, dass es z.Z. angeschaltet ist. Über den Sinn und Zweck muss ich mir noch klar werden.
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