Die großen SEOs dieser Welt haben es uns eingebleut immer aussagekräftige Linktexte zu verwenden und kein unprofessionelles “hier klicken” übrig zu lassen. Haben wir – vor lauter Jagd nach themenrelevanten Backlinks – etwa die User vergessen? Und kommt Google nach Umwegen vielleicht bald auch zu dem Schluß?

Copyblogger , der das Web aus einer Werbe- und Marketingperspektive betrachtet, präferiert für sich schon immer Linktexte die zu einer Aktion auffordern. Seine durchaus nachvollziehbare Argumentation ist folgende:

Wenn Du jemanden dazu kriegen willst etwas bestimmtes zu tun, dann fordere ihn möglichst präzise dazu auf genau
das zu tun.

Dieser Argumentation folgend ist ein “hier klicken” sicher effektiver als ein Linktext der keinen Aufforderungscharakter hat. Mal ganz abgesehen davon dass es noch Zeitgenossen gibt, die Links nicht auf Anhieb als solche erkennen und abgesehen davon, dass es Layouts/Themes gibt, die einem die Erkennung von Links nicht eben leicht machen. ;-)
In diesem Zusammenhang spielt es natürlich eine Rolle wie erfahren die Zielgruppe ist, denn ich nehme an, dass webaffine Menschen doch eher auf Links klicken, die eine Auskunft über ihr Ziel geben.

Copyblogger belegt seine Überzeugung mit einem Test von Marketing Sherpa bezüglich Klickraten auf Emaillinks. Das Ergebnis war eine Steigerung der Klickraten um 8 Prozent bei einem Linktext mit einer klaren Aufforderung. Diese Zahl mag – sofern sie überhaupt von Newslettern auf Webseiten übertragbar ist – große Seiten bzw. deren Betreiber erfreuen… mich lassen 8% momentan ziemlich kalt. :-)

Eine weitere interessante Entdeckung machte kürzlich Alex Brainbridge. Er geht der Frage nach inwieweit man das Vorhandensein von “hier klicken”-Links auf einer Webseite mit der Qualität und Aktualität dieser Seite in Relation setzen kann. Oder anders gesagt: können diese Links ein Indikator für veraltete und/oder schlecht gemanagte Seiten sein.
Er kommt zu dem Ergebnis, dass die Seiten mit der geringsten “hier klicken”-Dichte diejenigen sind, die nach modernen Gesichtspunkten erstellt, gut gemanaged und erfolgreich sind.

Okay…dann wären wir wieder am Anfang… da wo wir aus SEO-Gesichtspunkten sinnvolle Linktexte vergeben (lassen).

Wäre da nicht der ausgesprochen interessante Ansatz von Joost de Falk. Er stellt die These auf, dass das Vorhandensein von Linktexten wie “hier klicken”, “weiter” oder auch der URL ein Indiz für ein natürliches Linkprofil sind. Dass Keyword- oder Keyphrase Linktexte durchaus variantenreich sein müssen um natürlich zu wirken war mir ja bereits klar. Der Gedanke dass Google eingestreute “hier klicken” Links als ausgesprochen natürlich ansieht ist für mich genauso neu wie überzeugend. Vor allem gemessen an der Tatsache, dass das deutschsprachige Web dem englischsprachigen hinterher hinkt und ich einfach mal annehme, dass bei uns noch viel mehr “hier klicken” Links rumschwirren (müsste man mal überprüfen).
Es könnte also sogar aus SEO-Sicht durchaus Sinn machen sich ab und an mit “hier klicken” verlinken zu lassen. Und um den Bogen zu schliessen, sollte man das klugerweise an den Stellen tun, an denen man eine Aktion vom User erwartet.